Auf dem Luis-Trenker-Steig durch die Pitzenklamm und über Benni-Raich-Brücke zurück

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 858 m
Höchster Punkt: ca. 883 m

Höhenunterschied: ca. 328 m
Länge: ca. 6,4 km
Dauer: ca. 5,5 Std.
Parken & Anfahrt: Parkplatz am Gemeindeamt Arzl

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Hinweise:
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
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Da Anfang April so ab 1000 Höhenmetern noch mit rutschigen Wanderwegen, wenn nicht sogar mit einigen schneebedeckten Abschnitten zu rechnen ist, wir uns aber trotzdem schon ein wenig Alpinfeeling wünschten, fiel die Wahl für die Einlauftour auf das Pitztal. Gelockt hat uns dabei zu allererst ein Bild der Benni-Raich-Brücke in einer Facebook-Gruppe, immerhin eine der höchsten Fußgänger-Hängebrücken Europas. Bei der weiteren Recherche stießen wir dann auf den nach Luis Trenker benannten Steig durch die Pitzenklamm und die Möglichkeit diese auf einem Rundweg von und nach Arzl mit der Überquerung dieser Brücke zu verbinden.

Also stellten wir, wie empfohlen, unser Auto an der Touristeninformation in Arzl ab und folgten erst einmal der Fahrstraße Richtung dem Ortsteil Wald. Schon bald zweigt aber auf der anderen Straßenseite ein schmaler Weg durch den Wald ab. Dieser führt quer zum teils des steil abfallenden Hangs hinunter zum Einstieg der Klamm, ist aber mit etwas Trittsicherheit auch schon für Kinder gut zu gehen.

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Arzl0001Arzl0004Zum Eingang in die Klamm selbst muss man schließlich an der Pitzenbrücke, von der aus man schon einen ersten Blick auf Klamm und Hängebrücke werfen kann, die Straße noch ein letzte Mal überqueren. Aber dann betritt man schon an dem noch von Luis Trenker selbst eingeweihten Gedenkstein vorbei den nach ihm benannten Steig. Auf diesem durchwandert man nun die Arzler Pitzenklamm etwa 1,5 km fast bis zur Mündung in den Inn und bewegt sich dabei durch ein einzigartiges Naturwaldreservat.

Dieses bildete sich nach der Würm-Kaltzeit in dem sich die Pitze hier zwischen Kalkfels und Moränenschotter weit in den Berg einschnitt und so beidseits steile, teils unzugängliche Hänge entstehen ließ. Dies führt nun heute zu einer hohen Luftfeuchtigkeit in Kombination mit immer noch instabilen Bodenverhältnissen auf Grund von regelmäßigen Überflutungen. Verhältnisse, die zu einer einzigartigen und abwechslungsRaichen Waldgesellschaft beitragen, die nicht zu letzt den Schutzcharakter dieses Gebietes bedingt haben.

Apropos regelmäßige Überflutung: wie bei vielen Berggewässern kann es auch in der Pitze zu wetter-und witterungsbedingten Springfluten kommen und gerade im Frühling stehen die Uferbereiche auch wohl entsprechend oft unter Wasser. Da diese Klamm nun aber tatsächlich nur wenig Raum für Wege bietet, die Klamm aber auch noch nicht so schmal ist, dass die Wege, wie andernorts üblich, weit oberhalb der Wasserlinie am Fels hängend montiert sind, sondern oft nur kurz oberhalb des Bachs am Grund der Schlucht verlaufen, steht direkt am Eingang ein eindeutiges Hinweisschild: Betreten auf eigene Gefahr. Solange man aber die Wetterverhältnisse im Blick behält und auch nach starken Regenfällen ein paar Tage bis zum Ausflug hierher verstreichen lässt, ist diese aber kalkulierbar.

Nun aber zurück zu unserer Wanderung. Schon direkt nach dem Abstieg hinunter zur Pitze erwartet uns ein beidseits mit Geländer versehener Metallsteg über eine erste Engstelle, der insbesondere das Elternherz hoch schlagen ließ. Denn bei so versicherten Übergängen können hier selbst kleine Kinder schon gefahrlos eigenständig wandern. Allerdings sollte das im weiteren Verlauf nicht immer so bleiben. Und auch wenn unsere beiden die Strecke sehr gut gemeistert haben, festes Schuhwerk, eine gewisse Trittsicherheit und ab und an auch eine Sicherung der Kinder ist für die Absolvierung des Luis Trenker Steigs auf jeden Fall empfehlenswert.

Arzl0003Wie aber gesagt, lässt der erste Abschnitt des Steigs davon noch nichts ahnen. Hier führt der Weg als schmaler Waldpfad gemütlich am Wasserlauf entlang, meist mit ausreichendem Abstand, dass auch kleinere Kinder bedenkenlos frei laufen können. Nach etwa 10 Minuten Wegzeit unterquert man die Benni-Raich-Brücke und bekommt von unten einen ersten Eindruck, was die Höhe von 94 m bedeutet.

Im weiteren Verlauf führt der Weg auch an den Resten eines ehemaligen Kraftwerks vorbei, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Energie der Pitze in Strom für Arzl umgewandelt hat. Diese wurde hierzu über einen Kanal ins Gebäude geleitet, der heute noch erhalten und so in den Steig integriert ist, dass man ihn auf einigen Metern sogar durchwandert.

Arzl0005Kurz darauf fanden wir dann etwas abseits des Weges ein idyllisches Plätzchen für eine größere Rast, bei der wir beim Rauschen des Wassers auch die ersten Eindrücke Revue passieren lassen konnten. An der nahe gelegenen Stempelstelle für den Pitztaler Wanderpass war nach dem Winter das Stempelkissen dann aber leider noch eingetrocknet, so dass uns dieses Souvenir leider entgangen ist. Dafür entdeckten wir schon wenige Meter weiter eine ganze Armada kleiner Steinmanderl auf einem Kiesbett der Pitze. Diese Stelle eignete sich auch vorzüglich, um nicht nur eigene Steinmaderl zu bauen, sonderm auch Steine ins Wasser zu werfen. Und als wir dann bald darauf auch noch einen richtigen Sandstrand fanden, hätten die Kinder den feinen Sand am liebsten mit nach Hause genommen.

Arzl0006Ab hier wurde der Steig dann zunehmend schmaler und führte auch wieder deutlich näher bis direkt oberhalb des Wasserlaufs vorbei. Gleichzeitig wurde der Weg auch ausgesetzter. Daher sollte hier festes Schuhwerk auf jeden Fall die Regel sein. Auch sollten kleinere Kinder nun auch durchaus an manchen Stellen kurz gesichert werden, da schon ein kurzer Rutscher hier schnell im Wasser enden könnte. Gleichzeitig birgt der Weg nun aber auch immer wieder Stellen, die den zusätzlichen Einsatz der Hände empfehlen. Und ein Weg, auf dem auch mal geklettert werden kann bzw. muss, ist für Kinder natürlich gleich doppelt spannend.

Arzl0008So merkten wir eigentlich gar nicht, wie wir uns immer weiter dem Ausgang der Klamm näherten. Schließlich sahen wir aber doch die Innbrücke, die das Ende des Luis-Trenker-Steigs markiert. Dieser vorgelagert verläuft eine weitere Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer, über die wir nun auch auf die andere Uferseite der Pitze wechselten.

Arzl0009Unser Rückweg sollte uns aber nicht direkt hier wieder nach Arzl führen, sondern ein kleines Stück Inn abwärts bei Wald. Entsprechend folgten wir nun erst einmal dem asphaltierten Weg. Allein eine solche Wegwahl erweist sich bei Kindern ja oft als Motivationskiller. Wenn es dann auch noch knackig bergan geht, wird jeder Meter schnell zur Herausforderung. Aber schließlich erreichten wir doch noch den Walder-Austeig.

Über diesen Aufstieg durch den Wald überwindet man auf einer Strecke von gerade mal 0,4 Kilometern einen Höhenunterschied von 100 Metern. Entsprechend lässt sich dieser Abschnitt sicher als der anstrengendste der ganzen Runde einordnen. Und auch wenn der ausgetretene Pfad über Wurzeln und teilweise auch Treppen gut zu laufen ist, benötigten die Kinder hier doch ab und an etwas mehr als nur mentale Unterstützung, um diesen Anstieg hinter sich zu bringen.

Arzl0010Schließlich hatten wir es aber doch geschafft. Und dankbar nahmen wir die kurz hinter dem Ausgang des Austeigs aufgestellte Bank für eine weitere Rast an, ehe wir uns weiter auf den Weg Richtung Niederwaldried machten. Leider mussten wir nun erst einmal wieder der asphaltierten Zufahrtsstraße folgen und auch der Weg durch den Ort führte entlang der Straße. Zum Glück gab es hier aber doch wenigstens das eine oder andere zu entdecken, das den Weg etwas kurzweiliger gestaltete, bis wir wieder auf einen zumindest geschotterten Wirtschaftsweg wechseln konnten.

Arzl0011Hier sahen wir nun auch bald schon das nächste Etappenziel unserer Runde, die Benni-Raich-Brücke. Aber wie so oft, wenn man schon früh einen Blick auf ein Ziel erhaschen kann, zieht sich der Weg noch bis man es endlich erreicht. In diesem Fall muss man relativ lange zum Hang queren, da der Weg den Erfordernissen der Bewirtschaftung angepasst ist und daher nicht all zu steil in weiten Serpentinen zur Brücke hinunter führt.

Das Überschreiten dieser zu den höchsten Fußgänger-Hängebrücken Europas zählenden Anlage erweist sich dann dank hoher Brüstung als wenig spektakulär. Dennoch war es natürlich interessant, noch einmal einen Blick hinunter auf unseren Weg vom Vormittag zu werfen. Noch mehr interessierte uns nun aber doch schon die Einkehrmöglichkeit am anderen Ende der Brücke. Und zu unserem Glück bekamen wir am Bungee-Stübchen auch tatsächlich den wohlverdienten Kaffee bzw. die Kinder ihr Eis.

Arzl0012Auch wenn man es als Eltern schon tausendmal erlebt hat, ist es doch immer wieder erstaunlich, wie schnell sich Kinder regenerieren. Dann kaum war das Eis gegessen, zog es sie schon auf den kleinen zur Hütte gehörenden Spielplatz. Und da wir diesen von der vorderen Terrasse gut einsehen konnten, genossen wir es in Ruhe noch unseren Kaffee zu Ende zu trinken, ehe wir uns wieder auf den Aufstieg nach Arzl machten.

Der letzte Wegabschnitt führte dann nochmal an der Straße entlang, die uns schon am Vormittag zum Teil zum Einstieg in die Pitzenklamm geführt hat. Und nach 6,4 km, 328 Höhenmetern und einer Wanderzeit von 5½ Stunden erreichten wir wieder den Parkplatz und konnten zufrieden auf eine wunderschöne Einlaufrunde zurückblicken.

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