Bad Bleiberg – Stollenwanderweg

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 912 m
Höchster Punkt: ca. 1023 m

Tiefster Punkt: ca. 895 m
Höhenunterschied: ca. 117 m
Länge: ca. 4,6 km
Dauer: ca. 4 Std.
Parken & Anfahrt: Parkplatz beim Besucherbergwerk Terra Mystica

Um die Anfahrt zu planen, nutze bitte die interaktive Karte ganz
unten. Beim klicken auf den Pin kann die Routenplaner-Funktion genutzt werden.

Hinweise:
  • Festes Schuhwerk ist erforderlich
  • Taschenlampe kann nicht schaden
  • Wasserfeste und warme Kleidung für die Stollen
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
Abenteuer:
Outdooractive link: Hier klicken

Funde aus dem keltischen Gräberfeld bei Frög belegen, dass in der Gegend um Bad Bleiberg schon seit vorgeschichtlichen Zeiten Bergbau betrieben wurde, denn die minerealogische Zusammensetzung der metallischen Grabbeigaben entspricht genau den hiesigen Bleivorkommen. Auch in den folgenden Jahrhunderten wurde rund um Bad Bleiberg systematischer Bergbau auf unterschiedlichste Arten betrieben. Und als der Abbau in den 90ern des vergangenen Jahrhunderts dann endgültig eingestellt wurde, hatte man den Berg wie einen Schweizer Käse fast bis hinab auf Meereshöhe ausgehöhlt. Heute kann man hier zum einen im Schaubergwerk Terra Mystica auf historische Spurensuche gehen, zum anderen aber auch entlang dem als Rundweg geführten Stollenwanderweg, der einen zu verschiedenen Überresten des hiesigen Bergbaus führt.

Der Einstieg in die insgesamt gut ausgeschilderte Runde liegt kurz unterhalb des Schaubergwerks Terra Mystica und ist durch einige Loren und einen stilisierten Holzkasten in Erinnerung an die Stollenverbauung markiert. Zu Beginn des Weges verläuft dieser noch ziemlich nah der Ortschaft und Abschnitte über Feld und Wiesen bzw. durch kleine Waldstücke wechseln sich mit solchen über geteerte Straßen ab. Allerdings bewegt man sich in solchen Fällen fast ausschließlich innerhalb der Wohngebiete, so dass sich hier der Verkehr auch in Grenzen hält. Und da man auch in diesem Bereich immer wieder auf aufgelassene Stollen stößt, ist auch dieser Abschnitt schon so spannend, dass das auf geteertem Untergrund in der Regel auftretende Quengeln tatsächlich ausgeblieben ist. Aber immerhin hatten Mama & Papa ja auch ein Abenteuer und Stollen, in die man hineingehen kann, versprochen. Dass die ersten ausgeschilderten Anlagen allesamt verschlossen und maximal durch eine Gittertür zu betrachten waren, tat der Abenteuerlust dabei keinen Abbruch.

Erstmals in ein Bauwerk hinein kommt man dann am sogenannten „Pulverturm“, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Lager für Schwarzpulver errichtet wurde und heute eine kleine Tafelausstellung rund um die Geschichte des lokalen Bergbaus beherbergt.

Von hier ab entfernt man sich dann auch zusehends der Ortschaft und bewegt sich nun auch immer wieder auf schmalen aber gut angelegten Wegen durch den Wald. Dabei überwindet man auch schon direkt einige Höhenmeter. Da wir aber parallel zur Entdeckerwanderung rund um die Bad Bleiberger Stollen auch auf „Schatzsuche“ gingen, entlang des Stollenwanderwegs sind nämlich mehrere Geocaches versteckt, merkten wir das gar nicht. Dennoch nahmen wir den nun bald auftauchenden liebevoll gestalteten Rastplatz gerne für eine kurze Stärkungspause an.

Und auch wenn nun die Strecke für ein kurzes Stück erstmal wieder über einen breiten Forstweg führte, war es vor allem für die Kinder vorrangig den nächsten „Schatz“ und/oder „Stollen“ zu finden. Insgesamt ist dieser Abschnitt aber relativ kurz und schon bald führt der Weg wieder abseits der Fahrstraße durch den Wald. Nun stößt man auch immer wieder öfters auf kleinere Stollenausgänge. Alle sind stets gut ausgeschildert, allerdings sind weiterhin nur wenige tatsächlich über eine längere Strecke als einen Meter begehbar. Wo dies doch mal möglich ist, wird aber mit Begeisterung die Taschenlampe ausgepackt, um die kurze Strecke aufs ausgiebigste zu erkunden. Wir Eltern blieben ob der Enge und der tatsächlich weiterhin auch von außen gut überblickbaren Tiefe der Stollen gerne außen vor und erfreuten uns stattdessen lieber an der Vielfältigkeit des bis dato absolvierten Weges. Tatsächlich kennen wir nur wenige Wanderwege, die auf so kurzer Distanz so abwechslungsreich sind. Wähnt man sich in dem einen Moment auf Grund der kargen Umgebung fast noch im Mittelmeerraum, findet man sich kurz darauf in lichter grüner Umgebung wieder und bewegt sich statt auf Sandsteinschotter über einen weichen Waldweg.

Dennoch fingen wir uns zu diesem Zeitpunkt doch langsam an zu fragen, ob es sich bei diesen kurzen bis dato entdeckten betretbaren Stollenabschnitten tatsächlich um die groß angepriesenen mit Taschenlampe zu besichtigenden Stollen handeln sollte, die auch vereinzelt auf den Tafeln zu sehen waren. Aber bevor wir uns darüber weiter Gedanken machen konnten, nahm nun auch der Weg selber wieder unserer Aufmerksamkeit mehr in Anspruch. Wir bewegten uns nämlich mittlerweile auf einem Abschnitt des ehemaligen Leitungsweges und dieser führte auf der einen Seite nah an fast senkrecht aufsteigenden Felsen entlang, während es auf der anderen teils ebenfalls so steil in die Tiefe ging, dass hier schon in historischen Zeiten schmale Wege in den Fels gehauen wurden.

So von dem eigentlichen Weg in den Bann genommen, fanden wir uns schließlich ziemlich unvermittelt vor einer nach oben führenden modernen Wendeltreppenanlage wieder, an der ein Schild auf „auf eigene Gefahr“ betretbare Schrämmstollen hinwies. Selbstverständlich nahmen wir die Treppenstufen sofort in Angriff. Nur wenige Meter über dem Boden erreichten wir den ersten Absatz. Jetzt wurde auch die Bezeichnung „Schrämmstollen“ durch in Ansichtnahme verständlich. Der hier in den Felsen gehauene Stollen war nämlich so schmal ausgeführt, dass man beim Betreten unweigerlich an den Wänden entlangstreift bzw. eben schrammt. Allerdings war auch dieser Schacht nicht sonderlich lang, so dass wir die Kinder bedenkenlos auf eigene Faust hineinlaufen lassen konnten und uns weiterhin fragten, ob dies denn nun das „große Abenteuer“ sein.

Aber da ging ja noch eine eng geführte Wendeltreppe weiter hinauf! Also deponierten wir Eltern unsere Rucksäcke vor dem gerade untersuchten Schacht und stiegen dann alle gemeinsam noch weiter die Felswand empor. Und tatsächlich nun fanden wir uns vor dem Eingang eines Schrämmstollens wieder, dessen Ende trotz eingebrachter LED-Ausleuchtung von außen nicht zu erkennen war. Das musste natürlich genauer untersucht werden und so fuhr die gesamte Familie im Gänsemarsch in den Berg ein. Während sich die Kinder noch vollkommen ungestreift voran bewegten, kam bei uns Eltern ab und an doch ein gewisses Beklemmungsgefühl auf, das noch von dem gefühlten Nicht-enden-wollens des Stollens unterstützt wurde. Schließlich ging es aber doch nicht mehr weiter und es hieß auf gleichem Weg zurück. Nicht aber ohne vorher noch den auch am Stollenende angebrachten Lichtschalter nochmals zu betätigen, um sich nicht auf halber Länge auf einmal in totaler Finsternis wieder zu finden. Am Ende waren wir zwar „nur“ 5 Minuten im Inneren des Berges gewesen, aber für die hatte sich der Weg bis hierhin auf jeden Fall gelohnt.

Nachdem wir die Treppenanlage wieder herabgestiegen waren, führte uns der Stollenwanderweg erst noch ein Stückchen entlang der schmalen Leitungsstrecke, ehe sich der Weg wieder zusehends verbreiterte. Nun gab es auch wieder einige weiteren Informationstafeln zum geologischen Aufbau des Gebietes, aber auch zur weiteren Geschichte des Ortes nach Einstellung des Bergbaus. Außerdem konnte man sich an einer Stelle dank bereitgestelltem Werkzeug auch einmal darin erproben, dem Fels ein kleines Stück abzugewinnen. Da bekommt nochmal ganz anderen Respekt vor den Bergleuten früherer Tage.

So langsam neigte sich die Runde nun auch wieder dem Ende entgegen. Und obwohl entlang der Strecke noch der ein oder andere Stollen zu entdecken war, mussten wir nun doch auf weitere Untersuchungen verzichten und den Schritt ein wenig beschleunigen. Denn als besonderes Highlight und auch als keine Belohnung für die gute Laufleistung unserer Mädels auf dieser am Ende insgesamt 4,6 km langen Strecke mit 224 Höhenmetern hatten wir nämlich noch einen Abstecher in das Besucherbergwerk Terra Mystika auf dem Plan stehen. Und dieses kann man nur im Rahmen einer geführten Tour zu festgesetzten Zeiten besichtigen.

So wurden die letzten Meter zwar etwas hektisch, aber die Eile lohnte sich durchaus. Wir kamen gerade noch pünktlich zur letzten Führung des Tages. Nach der Einkleidung durften wir fast schon in einer Privatführung die knapp 70 m lange Bergmannrutsche benutzen, mit Kärntens einziger Grubenbahn 2 km tief in den Berg hinein fahren und schließlich den österreichweit einzigen für Besucher befahrbaren Schachtaufzug wieder aus ihm hinaus gelangen. Alles in allem ein runder Abschluss für einen Tag ganz im Zeichen des Belibergbaus.

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Empfohlene Literatur
Kärnten: 51 Touren zwischen Hohen Tauern und Karawanken. Mit GPS-Tracks. Alm- und Hüttenwanderungen Kärnten: 51 Touren zwischen Großglockner und Koralm. Mit GPS-Tracks. (Rother Wanderbuch) Villach, Faaker See: Wander- und Bikekarte. Carta escursioni e bike. Mit Panorama. GPS-genau. 1:25.000
Viel Spaß beim Nachwandern wünscht euch euer Mountainbatchers Team !!

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