Der Winterwanderweg auf die Gleirschalm

Vom Sellraintal schneiden mehrere enge Seitentäler nach Süden in die Stubaier Alpen ein. Eines davon ist das Gleirschtal, das seinen Ausgang bei St. Sigmund nimmt. Dank eines großzügigen direkt an der Sellrainstraße gelegenen Wanderparkplatzes, der auch von öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren wird, ist dieses sehr gut erreichbar. Und mit der fast ganzjährig bewirtschafteten Gleirschalm hat man meist auch eine gemütliche Einkehrmöglichkeit entlang des Weges.

Gleirsch01Im Winter wird der geräumte Zufahrtsweg zu dieser Alm dann zur offiziellen Rodelstrecke. Abgesehen von den zwei Sperrzeiten pro Tag, an denen die Straße von den motorisierten Anrainern genutzt werden darf, haben hier auf einer ehr leichten Bahn mit nur mäßigem Gefälle vor allem Familien mit kleineren Kindern ihren Spaß. Dies wird auch dadurch begünstigt, dass hier Aufstieg und Abfahrt über weite Teile getrennt verlaufen.

Ausgehend vom Parkplatz folgt man dabei zuerst ein kleines Stück dem Fahrweg. Hat man es hier erst einmal geschafft, die Kinder davon zu überzeugen, dass der Besuch des wirklich schönen, aber “leider” auch direkt am Weg gelegenen, Fuchs-Spielplatz der Gemeinde St. Sigmund auf dem Rückweg viel mehr Spaß macht, zweigt man schon direkt nach der Brücke über den Gleirschbach von der Straße ab. Der Winterweg führt einen nun etwas oberhalb des Fahrweges durch den Wald. Bei starken Schneelagen wird dieser sogar beräumt, so dass der Aufstieg auch mit dem mitgeführtem Schlitten nicht zu kräftezehrend wird. Die Wegschneise ist dabei auch breit genug, dass sich immer wieder Ausblicke auf die umgebenden schroffen Hänge des Freihut, Mutenkogel, Rotkogel und Grieskogel ergeben und bei mäßigen Schneelagen laden mehrere Bänke zum Verweilen ein.

Gleirsch02Nicht allzu weit unterhalb der Gleirschalm, dem Ziel vieler Wanderer in diesem Tal, treffen Aufstieg und Fahrweg/Rodelbahn wieder zusammen. Während dem Rodelbetrieb ist es jetzt durchaus ratsam, ab hier ehr am Rand zu laufen. Allerdings sind uns auch keine größeren Unfälle der letzten Jahre bekannt, da hier die gegenseitige Rücksichtnahme doch gut funktioniert, die Bahn ja auch nicht zu steil und in diesem Teil auch gut überschaubar ist.

Ab Dezember ist die Gleirschalm dann über die gesamte Wintersaison in der Regel zumindest an den Wochenenden bewirtschaftet, so dass man sich hier in der gemütlichen Stube nach dem Aufstieg auch aufwärmen und stärken kann. Wer Lust hat, kann aber auch erst noch über die Alm hinaus weiter dem Tal nach Süden folgen. Allerdings ist hier der Weg dann nicht mehr komplett geräumt. Stattdessen kann man nun den Spuren der Tourengeher, die von hier weiter in Richtung Pforzheimer Hütte unterwegs sind, folgen.

Gleirsch03Wenn man ohne Rodel unterwegs ist, den man aber bei Verfügbarkeit auch auf der Gleirschalm mieten kann, dann geht man in der Regel auf dem gleichen Weh zurück, auf dem man auch heraufgewandert ist. Mit dem Schlitten dagegen folgt man dem breiten aber meist nur mit geringem Gefälle und nur wenigen Kurven geführten Fahrweg. Dank einer regelmäßig aufgestellten Straßenbeleuchtung kann man diesen Spaß sogar noch nach Einbruch der Dunkelheit bis weit in die Nacht hinein genießen. Und das nicht nur dann, wenn die Alm geöffnet hat, sondern täglich. Schlitten kann man übrigens auch in den verschiedenen Bergsteigerdörfern des Sellraintals leihen. Mit etwas Glück sind sogar auf der Alm selber Leihschlitten vorhanden, die man dann am Parkplatz abstellt damit sie von hier wieder den Berg hinauf gebracht werden können.

Gleirsch04Dies erfolgt unter anderem während den beiden Zeitfenster am Tag, an denen die Bahn für’s Rodeln gesperrt ist, damit Versorgungsfahrten möglich sind. In dieser Zeit kann man dann aber auch, ohne mit den Rodlern zu kollidieren, ruhigen Gewissens den Sommerweg hinunter wandern. Das ist insbesondere dann praktisch, wenn man sich in der Alm verhockt hat und es schon zu dämmern beginnt bzw. schon dunkel geworden ist, da der Weg durch den Wald unbeleuchtet ist. Selbstverständlich kann der Sommerweg auch dann ganztagsproblemlos genutzt werden, wenn die Schneedecke für eine Rodelpartie noch nicht oder nicht mehr ausreichend ist. Dies birgt dann auch die Möglichkeit, noch weitere schöne Anblicke auf die schroffen Berghänge beidseits des Gleirschtales zu erhaschen. Gerade in diesen vor- oder nachsaisonalen Zeiten nehmen wir statt dem Schlitten auch gerne die Popo-Rutscher mit auf den Weg. Denn auch wenn die Schneedecke für den Schlitten nicht ausreichend ist, für den Rutscher reicht es meist allemal und wenn auch nicht auf dem Weg, dann sicher an einer der am Wegesrand immer wieder auftretenden Böschungen.

Wer mehr über die Rodelbahn erfahren möchte kann das hier bei winterrodeln.org tun.

Fußweg Rodelbahn
Empfohlene Literatur
Rother Wanderführer Rund um Innsbruck. Karwendel, Sellrain, Tuxer Alpen. 50 Touren: 50 ausgewählte Tal- und Höhenwanderungen im mittleren Inntal von Telfs bis Jenvach mit Sellraintal Stubaier Alpen: Wanderkarte mit Aktiv Guide, Panorama, alpinen Skirouten und Radrouten. GPS-genau. 1:50000 (KOMPASS-Wanderkarten, Band 83) Trekking im Stubai: Sellrainer Hüttenrunde, Stubaier Höhenweg, Gschnitzer Runde. 41 Etappen. Mit GPS-Daten (Rother Wanderführer)

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