Dreiländerwanderung im Naturschutzgebiet Dreisesselberg – „Hochwald“

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 1230 m
Höchster Punkt: ca. 1360 m

Höhenunterschied: ca. 210 m
Länge: ca. 8 km
Dauer: ca. 6,5 Std.
Parken & Anfahrt: Wanderparkplatz Dreisesselberg

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Hinweise: Festes und Wasserdichtes Schuhwerk. Pässe/Ausweise auch für die Kinder sind mit zu führen, da wir uns im Grenzgebiet aufhalten. !!!WICHTIG!!! Auf Tschechischer Seite die markierten Wanderwege nicht verlassen.
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
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Im Gebiet von Dreisesselberg und Plöckenstein stoßen drei Ländergrenzen aufeinander. In einem weitläufigen gut erschlossenen Wandergebiet ist es hier möglich sich völlig frei zwischen Deutschland, Österreich und Tschechien zu bewegen. Eine besondere Drei-Länder-Runde ergibt sich dabei aus der Kombination des Adelbert-Stifter-Steigs und des Hochkamms über den Bayrisch Plöckenstein.

Dreisessel005Der Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz des Dreisesselbergs. Nach wenigen Metern auf der asphaltierten Zubringerstrecke zum Dreisesselhaus biegt man rechts in den Adelbert-Stifter-Steig ein. Anfangs noch als relativ breiter Schotterweg angelegt, wird er schon bald seinem Namen gerecht. Die Strecke führt nun zunehmend über mal mehr oder weniger großes Geröll.

Wo sich der Pfad über die letzten Jahre schon in den Untergrund eingetieft hat, machten wir aber auch bald Bekanntschaft mit einem anderen Charakteristikum dieser Streckenführung. Nach vorangegangenen Regenfällen verwandelt sich das Gebiet in eine Art Hochmoor. Und in den ausgetretenen Senken hat sich stellenweise so viel Wasser gesammelt, dass man nur noch von Stein zu Stein weiter kam. Wehe man trat einmal daneben, dann stand man schnell knöcheltief im Morast. Für und mit Kindern, denen mangels Erfahrung ja noch der Blick oder manchmal auch schlicht die Beinspanne für die festen Standpunkte fehlte, eine echte Herausforderung.

Dreisessel01Auch wenn die besonders ausgedehnten Nassstellen teils sogar schon mit Holzbohlen oder noch öfters mit Baumscheiben als Tritthilfen begehbar gemacht wurden, blieb uns manchmal doch nichts anders übrig, als für ein kurzes Stück vom Hauptweg abzuweichen. Etwas, was wir immer sehr ungerne tun.

Dreisessel016Einen weiteren Reiz erhielt dieser Abschnitt auch durch den Status des Gebietes als Nationalpark, in dem menschliche Eingriff insbesondere ins Totholz ja so gering wie möglich gehalten werden. Im Grunde führt der gesamte Weg durch eine Waldruine. Ein Großteil der Bäume ist dem Windbruch zum Opfer gefallen bzw. wurde als Flachwurzler einfach umgeworfen. Was nach den großen Stürmen der vergangenen Jahre noch stehen blieb, wurde dann vom Borkenkäfer soweit geschädigt, dass heute nur noch die Gerippe in den Himmel ragen. Ein ehr gewöhnungsbedürftiger Anblick, der aber auch einen Weitblick gestattet, der in früheren Jahren durch den Wald hindurch nicht möglich gewesen sein dürfte.

Dreisessel014

Dreisessel007Allerdings brachte dies auch einige weitere Hindernisse auf unserem Weg zum Dreiländereck mit sich. Viele über den Weg gestürzte Bäume werden nämlich nicht beräumt, sondern maximal entlastet. Und man muss sich hier dann erst einmal seinen Weg oben drüber oder auch unten durch suchen. Allemal eine spannende und abwechslungsreiche Sache, die uns aber auch sehr viel Zeit gekostet hat.

Dreisessel004Nach etwa 2,7 km und gut 2 1/2 Stunden erreichten wir schließlich das Steinerne Meer. Diese Blockhalde mit den großen kreuz und quer übereinander gestapelten Blöcken galt es nun also als nächstes zu überqueren. Da der mit Flechten überzogene Granit jedoch gut griffig war, lies sich auch dies erstaunlich gut meistern. Allerdings müssen kleinere Kinder hier auf jeden Fall zumindest mit einem festen Handgriff gesichert werden. Und auch die führenden Erwachsenen sollten auf jeden Fall über festes Schuhwerk und eine gute Trittsicherheit verfügen. Insbesondere im mittleren Teil führt der Weg stellenweise über große abgeschrägte Platten ohne leicht erreichbare Halte- oder Abstützpunkte.

Eigentlich wäre es jetzt Zeit für eine ausgiebige Rast gewesen. Den ganzen Tag waren wir aber schon einem ziemlich frischen Wind ausgesetzt gewesen, der einen schon bei kurzem Verweilen auskühlen lies. Und auch am Ende des Steinernen Meers gab es auf Grund des umfänglichen Windbruchs noch keine ausreichende Deckung um dies zu verhindern. Außerdem hatten wir auf Grund der unerwarteten Schwierigkeiten doch ziemlich Zeit verloren. Von daher ging es erstmal weiter Richtung Österreich.

Bald erreichten wir mit dem Einstieg in den Seesteig die Stelle, an der wir noch die alternative Wahl hatten. Sollten wir, statt dem Aufstieg zum Dreiländermark-Sattel weiter zu folgen, vielleicht doch lieber zu einem nahen Fahrweg absteigen und über diesen dann zum Parkplatz zurückkehren? Wie viele Reserven hatten vor allem die Kinder, hatten aber auch wir noch? Sicherlich hilfreich bei dieser Entscheidung war der Umstand, dass uns hier nun einige Wanderer begegneten, die die Runde in die entgegengesetzte Richtung liefen. Mit sauberen Schuhen! Sie bestätigten uns, dass der weitere Weg ungleich einfacher werden würde. Und mit dem Wissen früherer Touren, dass langatmige Fahrwege die Motivation in der Regel ruckzuck in den Keller zogen, schritten wir also entschlossen weiter in die andere Richtung, den Berg hinauf.

Über einen eher an die Krone einer Bruchsteinmauer erinnernden Pfad ging es jetzt aber auch zügig voran. Bald schon sahen wir in der Ferne erste Grenzsteine und es wurde ein kleiner Wettbewerb, wer als erster den nächsten Stein entdeckt. Schließlich hatten wir nach knapp vier Stunden und 3,6 Kilometern den Sattel erreicht. Hier erwarteten uns Tisch und Bänke und nun auch etwas weniger Wind und so konnten wir jetzt auch in Ruhe rasten.

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Nachdem wir wieder alle ausgiebig Kräfte getankt hatten, drehten wir noch schnell eine Runde durch alle hier angrenzenden drei Länder. Dann ging es über den Hochkamm zurück Richtung Dreisesselberg.

Dreisessel02Der Weg führt nun immer entlang der Deutsch-Tschechischen-Grenze, mal ein wenig mehr auf der einen Seite, mal etwas mehr auf der anderen.Wir machten uns einen Spaß daraus, dass mal das Kind in Tschechien und ein Elternteil in Deutschland lief und mal andersherum. Auch hier sind jetzt die Grenzsteine wieder eine große Hilfe. Nicht nur, dass wir unseren kleinen Wettbewerb weiterführten. Die Grenzsteine tragen hier auch Kilometerangaben und so konnten wir nun auch leicht unseren Fortschritt direkt messen. Und tatsächlich, wo wir zu Beginn noch über eine Stunde für einen Kilometer brauchten, kamen wir nun fast doppelt so schnell voran. Dennoch blieb genügend Zeit, um auch auf diesem Abschnitt die Besonderheiten der hiesigen Natur zu bewundern.

Hierzu zählen unter anderem die Wollsäcke, die den Gipfel des Bayrisch Plöckenstein prägen. Besonders spannend für die Kinder wurde es aber, als auf dem Weg plötzlich ganze Ketten von Holzdielen lagen. Man sieht es dem Weg nicht an, aber auch hier oben gibt es wieder sehr feuchte Stellen, die eben mit diesen Dielen überbrückt werden.

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Hier noch zwei Bilder wie der Dreiländermark anno 1938 bzw. 1949 ausgesehen hat.

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Quelle: www.akpool.de

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