Geotrail Laas – auf den Spuren eines versteinerten Waldes und glitzernder Schlacke

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 830 m
Höchster Punkt: ca. 938 m

Höhenunterschied: ca. 225 m
Länge: ca. 5,2 km
Dauer: ca. 5,5 Std.
Parken & Anfahrt: Parkhaus bei Feuerwehr Laas

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Hinweise: Tour ist bei trockenem Wetter bedingt Kinderwagen tauglich
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
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Ein schon mit kleineren Kindern gut zu bewältigender Rundweg ist der zum Geopark Karnische Alpen gehörende Geotrail in und um Laas. Dies bedingt sich in den meist etwas breiteren Wegen auf denen man auch schon kleinere Kinder unbesorgt frei springen lassen kann, in der Anlage des Rundwegs, die auch eine Absolvierung in zwei Teilabschnitten erlaubt, und den zum Teil auch schon für Kinder spannenden Stationen. Hinzukommt, dass in den Infotafeln zum Geotrail ein Suchspiel für die Kinder versteckt ist, bei dessen richtigen Lösung im Besucherzentrum eine kleine Belohnung abgeholt werden darf.

Nachdem man sein Fahrzeug auf dem großen Parkplatz bei der Feuerwehr abgestellt hat, sind es nur wenige Meter bis zur Laaser Andreaskirche, dem Startpunkt und gleichzeitig der letzten Station des Geotrails. Hier erhält man eine kurze Einführung in das enge Verhältnis zwischen Dorf und Naturgewalten, das im weiteren Verlauf des Rundwegs immer wieder thematisiert wird.

Die eigentliche erste Station findet sich dann ebenfalls noch im Ortszentrum: Die Laaser Mühle versinnbildlicht zwei Grundlagen für die Ortsentstehung: fruchtbare Böden und Wasser. Hinzukommt, dass auch die abriebfesten roten Brekzien, die hier als Mühlsteine verwendet wurden, aus der unmittelbaren Umgebung von Lass stammen. Wir fanden es dabei besonders toll, dass man dies Mühle nicht nur von innen besichtigen, sondern sogar selbst in Betrieb setzen konnte. Eine ganz neue Erfahrung für die Kinder, wenn sich nach Verstellen des Wasserlaufs auf das Rad das Mahlwerk in Bewegung setzt, es den Raum lautstark mit Geräuschen erfüllt, der Holzboden unter den Füssen zu vibrieren beginnt und dann auch noch Schrot in die Kiste rieselt. Wenn es nach den Kindern gegangen wäre, hätten sie wahrscheinlich noch Stunden diesem Tun zu schauen können.

Laas01Schließlich konnten wir sie aber doch loseisen und uns auf den weiteren Weg machen. Dieser führt nun aus dem Ort hinaus, fast ins Zentrum einer der Muren, die die Dörfer des Gailtals im Lauf der Jahrhunderte immer wieder überfahren haben. Die mitgeführten schweren Steine prägen noch heute oft die Ortsbilder, denn sie wurden beim Wiederaufbau häufig zu Mauern und Steinhaufen aufgeschichtet.

Hatten wir hier das erste Mal mit der Problematik des Nebeneinanders von Weidebetrieb und Geotrail-Routenführung zu kämpfen, da die zugehörige Infotafel durch einen (inaktiven) Elektro-Weidezaun vom Hauptweg abgegrenzt war, stießen wir im weiteren Wegverlauf bald ein zweites Mal an eine quer über den Weg gespannte Absperrung. Da sich auf den Weiden entlang des Weges auch Bullen und Hengste befanden versicherten wir uns doch doppelt und dreifach, dass der den Weg sperrende Zaunabschnitt inaktiv ist und die Tiere tatsächlich durch weitere Begrenzungen vom Weg ferngehalten werden.

Laas02Dieser stellt sich dann anfangs noch als breiterer Forstweg durch den Wald dar. Aber schon bald wird er zunehmende schmaler und führt nur noch als ausgetretener Pfad durch den Wald. Leider ist dieser urtümliche Abschnitt relativ kurz und man kommt schon bald wieder auf einen Abzweig auf einen breiteren Versorgungsweg. Diesem folgend erreicht man dann nach wenigen Minuten das 1922 errichtete Wasserwerk von Laas. Diese dritte Station des Rundwegs ist entsprechend dem großen Thema Wasser gewidmet. Für uns war es aber auch der Ort der ersten ausgiebigen Rast. Und nachdem sich vor allem die Kinder ausgiebig gestärkt hatten, widmeten sie sich mit Begeisterung dem an dieser Stelle aufgebauten Spieletisch. Wir Eltern mussten schon bald aufpassen, dass wir beim Tic Tac Toe nicht über den Tisch gezogen wurden.

Jetzt schon wieder ziemlich ortsnah gelegen, führte uns der weitere Weg nun schon bald erst einmal über die asphaltierten Zufahrtswege zum Krankenhaus. Hier auf der Terrasse des Cafés sollte uns eigentlich eine große Panoramatafel zum Geotrail und der Umgebung von Laas erwarten und wir Eltern hätten auch nichts gegen eine kurze Kaffeepause gehabt, aber zu unserem Pech wurden Café und Terrasse leider gerade umgebaut und so hieß es nach einem kurzen Blick schnell weiter des Weges zu gehen.

Laas03Hinter dem Krankenhaus schlägt sich der Weg überraschend rasch als schmaler Pfad wieder in den Wald. Und noch größer war die Überraschung, als wir auch hier wieder eine Spielestation u.a. mit einem Kegelspiel vorfanden. Natürlich musste das gleich ausprobiert werden, ehe wir dem leichten Hohlweg durch den Wald weiter bergab folgen konnten.

Auch hier trifft man schon bald wieder auf eine asphaltierte Verbindungsstraße, die einen, sollten insbesondere kleinere Kinder die Kräfte nach den bisher absolvierten 2,1 km schon verlassen, auch direkt hinunter in den Ortskern bringen würde. Wir bogen stattdessen schon nach einem kurzen Stück nach rechts von dieser Straße ab. Anfangs immer noch auf asphaltierter Straße in Richtung des historischen Schaukraftwerks der AAE Naturstrom unterwegs, erreichten wir schon nach einer kleinen Weile den nächsten Abzweig in den Wald.

Laas04Dieser führt nun recht schnell knackig den Hang hinauf. Dabei wurde der in engen Serpentinen angelegte Pfad auch über weite Teile mit hölzernen Querbohlen treppenförmig ausgebaut. Der Aufstieg lohnt sich aber allemal, denn von unten nicht erkennbar kommt man hier zum größten Pflanzenfossil Österreichs. Schon in den 1930ern wurde bei Felssprengarbeiten an dieser Stelle der gut 9 Meter lange Stamm eines versteinerten Baums freigelegt. Lange Zeit unbeachtet, wurde er schließlich 1960 zum Naturdenkmal erklärt. 2012 bei Anlage des Geotrails erfolgten weitere Untersuchungen zur genauen zeitlichen Einordnung, im Lauf derer auch noch mehr versteinerte Bäume freigelegt werden konnten, so dass man mittlerweile nicht mehr nur vom versteinerten Baum, sondern vom versteinerten Wald von Laas spricht. Wirklich schade und eigentlich sogar erschreckend empfanden wir es übrigens während unserem Besuch, dass dieses einmalige fossile Relikt heutzutage durch Absperrungen vor willkürlicher Zerstörung geschützt werden muss und vor allem dass in einigen Fällen selbst diese physischen Annäherungshindernisse Besucher nicht davon abhält, sich ein Stück diese Naturdenkmals herauszubrechen.

Laas05Nachdem wir die wirklich beeindruckenden Überreste lang vergangener Vegetationen ausgiebig studiert hatten, ging es auf dem gleichen Pfad wieder den Hang hinunter. Auf der Straße angelangt, sichteten wir dann schon bald die nächste Hinweistafel am gegenüberliegenden Waldrand, so dass wir uns nun erst einmal quer durch die dortige Wiese bis an einen kleinen Bachlauf schlugen. An dieser unscheinbaren Stellen beginnt der zweite Höhepunkt des GeoTrails, der Teil der im Besucherzentrum in Dellach vor allem Familien mit Kindern wärmstens ans Herz gelegt wird. Mit etwas Glück kann man hier im Wasser nämlich jadegrüne bis türkisblaue „Glitzersteine“ finden. Aber sind es denn wirklich Steine? Nein, was hier manchmal so verlockend wie Edelsteine glitzert, sind eigentlich Abfallprodukte. Es handelt sich um verglaste Schlacken der ehemaligen nahe gelegenen Eisenverhüttung, die vom Wasser freigespült und mitgetragen werden.

Um wirklich im Wasser nach diesen Schmelzrückständen zu suchen, war es mittlerweile allerdings vor allem für die Kinder zu kalt und wir waren ja auch nicht für eine Bachwanderung ausgerüstet. Dennoch wäre solch ein selbst gefundenes Souvenir natürlich schon fein gewesen. Und so schlug sich der Papa also in die Uferböschung bzw. von flacher Stelle zu flacher Stelle, in der Hoffnung für die Töchter einen solchen „Glitzerstein“ oder vielleicht doch wenigstens einen der etwas häufiger auftretenden besonders leichten basaltartigen blasenreichen Schlackebrocken zu finden. Aber soweit er auch dem Bachlauf folgte, das Geologenglück war ihm nicht hold. Wahrscheinlich waren wir einfach zu spät im Jahr unterwegs und alles, was im Frühjahr/Sommer eingespült worden war, war von früheren Besuchern schon herausgefischt worden.

Laas06Der Rest der Familie folgte derweilen dem Bach mit etwas mehr Abstand. Nach einigen hundert Metern erreichten wir so auch eine Brücke über das Gewässer. Der Weg führte ab hier auf der anderen Bachseite weiter, allerdings bald zunehmend durch einen jungen Laubwald von diesem getrennt. Und bevor die Kinder Angst bekommen konnten, dass der Papa auf seiner Suche verloren gegangen ist, stieß er aus dem Dickicht wieder zu uns und wir gingen eben ohne „Beutestück“ weiter zur 6ten Station, der ehemaligen von 1817 bis 1847 betriebenen Hochofenanlage.

Da uns aber bei unserem Aufenthalt im Besucherpark in Dellach ja gerade dieses Schlacken zum „be-greifen“ in die Hand gegeben worden waren und auch ausdrücklich auf die Möglichkeit des persönlichen Finderglücks hingewiesen worden war, lies uns der Gedanke an wenigstens ein Fundstück nicht los. Diesmal machte sich nun aber die Mama auf, um im näheren Umfeld des Hochofens nochmal ihr Glück zu versuchen. Und tatsächlich, das Archäologenauge konnte am Ende doch noch einige Schlackereste durch das lichte Gras entdecken. Und mit etwas Unterstützung fanden dann sogar die Mädchen noch jede selber ein Stück. Beim anschließenden ersten Waschgang im Bach konnte der Papa dann aber auch hier noch einen weiteren Fund machen.

Laas07So zufriedengestellt machten wir uns dann wieder auf den Rückweg. Immerhin stand uns nach dieser westlichsten Station des Rundwegs noch der höchste Punkt unserer Wanderung bevor. Anfangs folgte die Strecke noch einem breiten Wirtschaftsweg. Aber schon bald ging es wieder zurück in den Wald. Der belaubte Pfad ging nun stetig bergan und wurde stellenweise auch recht schmal, so dass trotz den schon in den Gliedern steckenden Kilometern der steile Anstieg spannend genug war, um noch einmal letzte Kraftreserven zu mobilisieren.

Schließlich gelangten wir aber doch noch zu der Ruine der schon seiten dem 16. Jahrhundert aufgegebenen und dem Verfall ausgesetzten Burg Pittersburg. Da diese nach dieser langen Zeit tatsächlich nur noch ziemlich spärlich im Gelände verteilt und dann auch oft noch stark überwuchert waren, blieben Papa und Kinder am Haltepunkt des Geotrails um sich noch einmal ausgiebig zu stärken. Dafür schlug sich die Mama jetzt nochmal in den Wald, um die letzten verbliebenen Spuren in Form weniger Mauerreste und einer Zisterne genauer zu betrachten. Insbesondere auf Grund letztere, aber auch wegen einigen Mauerabbruchkanten, deren Absperrungen mittlerweile zum Teil auch schon in die Jahre gekommen sind, ist dieser freie Erkundungsgang aber tatsächlich noch nicht für kleinere Kinder zu empfehlen.

Laas08Nachdem sich die Archäologenmama mit einigen Mühen aber doch von ihren bauhistorischen Erkundungen losreisen konnte, machten wir uns alle zusammen auch bald wieder an den Abstieg. Auch jetzt folgte der Weg vom Berg herab wieder dem Aufstieg. Unten angekommen führte uns dann der Wirtschaftsweg bald vom Wald weg auf eine Wiese, von der aus wir auch schon wieder in der Ferne die Kirche von Laas als letzte Station des Geotrails erkennen konnten. Sie wurde vor allem auf Grund der hier verbauten und künstlerisch behauenen lokalen Steine als Haltepunkt aufgenommen. Leider konnten wir die Anfang des 16. Jahrhunderts erbaute Kirche jedoch nur von außen besichtigen, da diese auf Grund der in der Region vermehrt auftretenden Kunstdiebstähle nur noch zu den Gottesdiensten geöffnet ist.

Laas09Dennoch waren wir am Ende nach 5½ Stunden, 5,6 Kilometern und 225 Höhenmetern äußerst zufrieden mit unserer Wahl der Tagestour.

Karte_Laas

Geotrail Laas

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