Hüttenabenteuer Teil 2 – Vom Hahntennjoch zur Anhalterhütte

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 1887 m
Höchster Punkt: ca. 2198 m

Höhenunterschied: ca. 345 m
Länge: ca. 2,9 km
Dauer: ca. 4 Std.
Parken & Anfahrt: Wanderparkplatz Hahntennjoch

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Hinweise: Ausreichend Trinken mit nehmen Südhang ohne Quelle
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
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Wenn man mit Kindern auf einer Hütte übernachtet, will man eines nicht: aufs Notlager angewiesen sein oder gar wieder absteigen müssen. Entsprechend hatten wir schon im Frühjahr auf gut Glück ein Zimmer auf der Anhalter Hütte reserviert. Schließlich hätten wir dieses bei schlechten Wetterbedingungen jederzeit absagen können.

Lange sah es auch so aus, als hätten wir tatsächlich Glück mit dem frühzeitig festgelegten Wochenende. Je näher dieses aber kam, umso unsicherer wurden die Prognosen. Als Eltern im Berg ist man nun ja nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern immer auch für einen oder mehrere kleinen Menschen, der ein etwaiges Risiko noch nicht selber erkennt oder gar abschätzen kann. Gleichzeitig müssen wir wahrscheinlich keinen Eltern erzählen, wie sehr sich Kinder auf etwas freuen können und wie komplett eine Welt zusammenbrechen kann, wenn sich eine Erwartung nicht erfüllt. Wir hingen also über den Wetterprognosen, um genau abwägen zu können, ob wir das Hüttenabenteuer wagen können oder nicht.

Schließlich ging die Tendenz am Vorabend des geplanten Aufstiegs dahin, dass es wohl frühestens am späten Nachmittag zu einem Wetterumschwung kommen sollte. Wobei für den zweiten Tag noch komplett unklar war, wohin er sich entwickeln würde, während der Sonntag zumindest ab Mittag wieder sommerlich sein sollte. Da wir uns zwar für den Bergtag durchaus einen kleinen Ausflug ausgesucht hatten, die Hütte selber aber das Ziel war, entschieden wir uns am Ende doch für den Aufstieg. Auch auf die Gefahr hin, eben einen Tag weitestgehend im Haus verbringen zu müssen.

Wie die Vorbereitungen von statten ging könnt ihr im Teil 1 nach lesen.

Hantenjoch-Teil2-002aAllerdings hatten wir, auch wenn die Regenwahrscheinlichkeit erst zum Nachmittag hin zunehmen sollte und der Weg vom Hahntennjoch zur Anhalterhütte gut begehbar ist, doch wenig Lust, mit den Kindern nass zu werden. Entsprechend früh starteten wir in Richtung Hahntennjoch, das wir so schon vor 10 Uhr erreichten. Und nachdem wir uns alle „bergfein“ gemacht hatten, begannen wir kurz vor halb 11 mit dem Aufstieg Richtung Steinjöchl.

Anfangs geht es auf schmalem Pfad immer am Hang entlang durch die Latschenfelder. Bei mäßigem Anstieg gewinnt man so doch schnell an Höhe, was sich immer wieder durch einen kurzen Blick zurück leicht überprüfen lässt. Denn noch lange sieht man auf dieser Strecke den Parkplatz am Hahntennjoch und kann beobachten, wie das eigene Auto zunehmend kleiner wird. Auch das kann Motivation sein, den Berg immer weiter hinauf zu steigen.

Nachdem wir so etwa eine dreiviertel Stunde bergan gestiegen sind und dabei schon 112 Höhenmeter bewältigt hatten, bot sich eine hinter einigen Felsnadeln windgeschützte Stelle für eine erste kürzere Rast an. Dass dieser Ort nicht nur von uns für ein kurzes Verweilen gewählt wurde, sondern regelhaft von den Wanderern auf dieser Strecke, davon zeugt auch dass in der Felswand eingelassenen Marterl.

Huette2-01Da wir aber noch immer den größten Teil der Strecke vor uns hatten und ja auch noch immer der Wetterbericht mit dem einsetzenden Wetterumschwung für den Nachmittag galt, wollten wir aber nicht zu lange verweilen. Schon bald ging es also wieder dem Pfad folgend weiter bergan. Nach ca. weiteren 15 Minuten führte uns der Weg schließlich um die Schulter des Falschen Kogels herum. Und nach einem letzten Blick hinab zum Hahntennjoch, lag nun unser nächstes Etappenziel, das Steinjöchl hoch über uns.

Zur Überwindung der anstehenden 142 Höhenmeter führt der Weg nun als teils sehr schmaler Pfad in oft auch durchaus steileren Serpentinen und über die Hochwiese. Dabei waren wir auf Grund der exponierten Lage zwischen den Flanken des Falschen Kogels und des Maldongrads einem ständigen, teils schon unangenehmen Wind ausgesetzt. Da wir alle nach der weiteren guten Stunde Anstieg doch ziemlich verschwitzt waren, verzichteten wir daher auf die eigentlich für das Kreuz am Steinjöchl geplante ausführliche Mittagsrast und machten uns nach einem kurzen Verschnaufer und ein paar Bildaufnahmen schon bald daran, auf der gegenüberliegenden Seite wieder in Plötzigtal abzusteigen.

Huette2-02Der nördliche Abstieg vom Steinjöchl ist erst seit etwa 10 Jahren so gut ausgebaut und versichert, dass er auch mit kleineren Kindern gut zu gehen ist. Heute stellt er sich fast schon als breit zu bezeichnender Schotterweg, oft auch treppenartig ausgestaltet, dar. Er führt in engen Serpentinen am Hang entlang und ist mit einem offenen Geländer aus mehreren Stahlseilen versichert. Auf jeden Fall ist dieser felsige Abschnitt des Weges im Vergleich zu den vorher passierten Almwiesen und Latschenhängen ein starker Kontrast. Endlich konnten wir nun aber auch am Ende dieses Abstiegs unsere wohlverdiente ausgiebige Rast einlegen. Denn hier bietet eine kleine Felsnische mit Bank einen ausreichenden Windschutz und auch genug Absturzsicherheit für die Kinder.

Der weitere Weg führt nun wieder auf schmaleren Pfad erst durch ein Geröllfeld und weiter durch den Blumenreichen Fleckenmergel. Anfangs noch fast eben, geht es hier nun bald schon wieder leicht bergab.

Huette2-03Schließlich erblickten wir aber nach etwa einer weiteren halben Stunde zum ersten Mal das Ziel unserer Wanderung: am entgegengesetzten Hang, noch durch eine zu querende Senke von uns getrennt lag die Anhalter Hütte. Dieser Anblick, wie auch die wunderbaren Blumenbergwiesen um uns herum, gaben uns nun die notwendige Energie für diesen letzten Teilabschnitt. Und nach ziemlich genau 4 Stunden, 2,9 Kilometern Wegstrecke und 345 Höhenmetern erreichten wir so schließlich zufrieden unser lang ersehntes Ziel.

Huette2-04Den angekündigten Wetterumschwung konnten wir dann übrigens von der warmen und trockenen Stube aus so ab 16 Uhr heraufziehen sehen. Aber das war uns nun egal.

Wie es uns auf der Hütte ergangen ist, wie wir unseren zweiten Tag in den Bergen verbracht haben und ob am Ende gar der Rückweg verregnet wurde, lest ihr dann im dritten Teil unseres Hüttenabenteuers.

Hantenjoch-Teil2-Karte

Anhalter Hütte über Hahntennjoch

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Viel Spaß beim Nachwandern wünscht euch euer Mountainbatchers Team !!
Empfohlene Literatur
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