Königssee – Eine Schifffahrt, eine Alm und eine Wallfahrtskapelle

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 606 m
Höchster Punkt: ca. 686 m

Höhenunterschied: ca. 146 m
Länge: ca. 23 km davon 16,5 km mit dem Schiff
Dauer: ca. 6 Std.
Parken & Anfahrt: Parkplatz Königssee in Schönau

Um die Anfahrt zu planen, nutze bitte die interaktive Karte ganz
unten. Beim klicken auf den Pin kann die Routenplaner-Funktion genutzt werden.

Hinweise: Preise für die Königsseeschifffahrt findet ihr hier
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich: bis Anfang Obersee
Landschaft:
Aussicht:
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Eigentlich war für Fronleichnam ja der Gipfel des Grünsteins auf dem Programm gestanden. Allerdings hatten wir die Rechnung ohne unsere Kinder gemacht und ihre logische Schlussfolgerung, dass es sich beim Königssee um ein schiffbares Gewässer handelt und somit eine Schifffahrt stattfinden muss. Nun, Gipfel laufen nicht weg, Schifffahrten werden mit zunehmendem Alter der Kinder aber teurer und so hatten es die beiden nicht schwer, uns von einem Alternativprogramm zu überzeugen. Die neue Planung hieß nun also mit dem Schiff nach Salet und von dort am Obersee entlang zur Fischunkelalm.

Königsee016_wmAusgangspunkt für diese Tour ist der zentrale Parkplatz in Königssee. Von hier muss man erst noch ein Stückchen zu Fuß durch den Ort zu den Bootsanlegern, wo man auch die Fahrkarten bekommt. Wir hatten trotz Feiertag noch relatives Glück und konnten nach einer knappen halben Stunde Wartezeit das zweite Schiff nach dem Lösen der Karten besteigen. Die etwa 50 minütige Überfahrt nach Salet wird von der Schiffsbesatzung mit Erklärungen zur Königsseeschifffahrt und zu den beidseits sichtbaren Bergen und Naturschauspielen kurzweilig gestaltet. Selbstverständlich wurde an der Echowand auch die Trompete ausgepackt und die Kinder bekamen große Augen, als der angespielt Melodie vom Echo immer wieder geantwortet wurde.

Nach der Ankunft in Salet folgt man erst einem relativ breiten Schotterweg an der Saletalm vorbei und über den Saletbach zum Obersee. Von dessen westlichen Ende kann man auch schon erstmals die Fischunkelalm am gegenüber liegenden Ufer sehen.

Koenigsee01Königsee012_wmAb hier wird der Weg nun zusehends schmaler und folgt immer mehr dem Geländerelief. Schließlich reicht der Fels so nah an den See heran, dass selbst für einen schmalen Steig kein Platz mehr zu sein scheint. Diese Engstelle heißt es nun weiter oberhalb, wo der Hang wieder zurückfällt zu überqueren. Hierzu wird der Steig über eine Vielzahl an auf dem Felsen eingerichten Stufen erst nach oben und dann wieder hinunter zum See geführt. Größere Kinder können diese schon gut alleine bewältigen, kleinere sollte man zur Sicherheit aber doch an der Hand halten. Denn trotz Geländer, der Berg fällt hier doch stellenweise senkrecht zum See hin ab, und Kinder von geringer Körpergröße könnten schon unter der untersten Querlatte durchrutschen. Der Rat zum Führen an der Hand gilt insbesondere auch, da das an der Felswand angebrachte Stahlseil stellenweise schon leicht beschädigt ist und hier definitiv die Gefahr von Handverletzungen besteht.

Königsee007_wmDie Breite des Pfads reicht hier an den meisten Stellen nicht, um bequem zu zweit nebeneinander zu gehen. Dies führte auch dazu, dass wir spätestens an dieser Stelle nun doch ein wenig bedauerten, nicht doch den Gipfel als Tagesziel gewählt zu haben. Zusätzlich zu den wahrscheinlich täglich hier anzutreffenden internationalen Gästen, wurde der Weg entlang des Obersees auch von einer Vielzahl regionaler Tagsausflügler bevölkert. Stellenweise musste man mehrere Minuten warten, bis an einer etwas breiteren Stelle der gesamte Gegenverkehr passiert hatte.

Schließlich ist diese Engstelle aber passiert und der Steig führt erst ein Stück gemütlich durch den Wald, bis man wieder an das Ufer des Obersees gelangt. Von hier erscheint einem die Alm fast schon zum Greifen nahe. Und tatsächlich, die letzte Wegstrecke ist schnell bewältigt und als Belohnung erwarten den Wandere frische Kuh- und Buttermilch, Speck- und Käsebrote und noch die eine oder andere almtypische Erfrischung und Stärkung.

Wer möchte kann an der Alm vorbei noch ein wenig weiter bis zum Röthbachfall, dem höchsten Wasserfall Deutschlands weiter gehen. Wir begnügten uns aber mit einem Foto aus der Ferne, da wir uns nach einer kurzen Rast auch schon bald wieder auf den Rückweg machen wollten. Immerhin planten wir für die Rückfahrt ja noch einen Zwischenstopp in St. Bartholomä ein und hatten wenig Lust ggf. die Gebühren für eine private Seeüberfahrt zu zahlen, wenn man das letzte Boot verpasst hat.

Koenigsee02Obwohl es bei unserem eigenen Rückweg schon auf den Nachmittag zuging, kamen uns noch immer ganze Gruppen von Touristen entgegen. Und obwohl der Weg oberhalb des Sees stellenweise ja tatsächlich leichten alpinen Charakter hatte, waren leichte Sommerschuhe bis hin zu Flip-Flops leider viel zu oft zu beobachten. Wir waren wirklich froh, als wir diese Passage wieder hinter uns gelassen hatten, denn während routinierte Berggänger auch gerne mal kurz warteten, um den Kindern einen konzentrierten Abstieg zu ermöglichen, waren viele Kurzzeit-Touristen oft wohl genug damit beschäftigt, den eigenen Halt zu finden. Stellenweise wurden die Kinder tatsächlich fast überrannt.

Schließlich konnten wir aber doch wieder gemütlich unseren Weg auf der nun wieder breit angelegten Strecke zwischen Obersee und Königssee zurücklegen. Dank einer wirklich tollen Laufleistung der Kinder blieb sogar noch ausreichend Zeit, sich an der Saletalm mit einem Eis zu versorgen, das dann auf dem Weg zur Anlegestelle genüsslich “vernichtet” wurde.

Königsee003_wmMit dem nächsten anlegenden Boot ging es dann ein Stück über den See zurück bis nach St. Bartholomä, wo wir erst nochmal ganz gemütlich rasteten. Hierzu taten wir es vielen der anderen Besucher gleich und packten unser Picknick auf der Wiese hinter dem Gasthof aus. Bei einem wunderbaren Blick über den See und zur Kapelle genossen wir unseren mitgebrachten Proviant.

Königsee014_wmKönigsee015_wmNach etwas über einer Stunde Aufenthalt warfen wir anschließend dann auch noch einen Blick in die Wallfahrtskapelle, ehe wir uns zum Bootssteg aufmachten. Hier zeigte sich jetzt, wie gut die Entscheidung war, mit der Rückfahrt nicht mehr allzu lange zu warten. Die Warteschlange war schon ziemlich lang und in vielen von Salet kommenden Booten war oft nur für 4-6 weitere Passagiere Platz. Die Königssee-Schifffahrt hat aber Erfahrung mit diesen Stoßzeiten und fing nun auch an, Leerfahrten nur zur Abholung der Gäste in St. Bartholomä zu schicken. So gelangten wir dann doch noch recht zügig an Bord eines Schiffes und konnten unseren Tag hier noch gemütlich mit einigen weiteren schönen Ausblicken ausklingen lassen.

Königsee002_wm

Karte_Koenigsee

Königssee – Eine Schifffahrt, eine Alm und eine Wallfahrtskapelle

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