Ramsau – Durch den Zauberwald um den Hintersee

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 787 m
Höchster Punkt: ca. 804 m

Höhenunterschied: ca. 54 m
Länge: ca. 3,1 km
Dauer: ca. 2 Std.
Parken & Anfahrt: Wanderparkplatz Hintersee

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Hinweise:
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
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Da Mitte April in den Höhenlagen immer noch mit schlechten Wegebedingungen zu rechnen war und die Kinder sich auch eine Wanderung am Wasser wünschten, zog es uns diesmal an den Hintersee bei Ramsau. Diesen kann man unter anderem auf einem schon im 19. Jahrhundert angelegten Weg durch den sogenannten Zauberwald umrunden. Und tatsächlich ist hier Nomen auch Omen, denn dieser Wald wirkt wirklich verzaubert.

Da Ramsau zu den Bergsteigerdörfern gehört, ist das Gebiet gut erschlossen, so dass neben einem gut ausgebauten Wegenetz auch ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden sind. Entsprechend stellten wir unser Auto auf einer ausgewiesenen Fläche am Südufer des Sees in der Nähe einer größeren Verlandungszone ab.

Hintersee001Von hier führt der Weg erst ein Stück am südöstlichen Ufer entlang dem Ramsauer Mühlsteinweg bzw. auch dem Malerweg folgend. Dieser Abschnitt ist noch gut ausgebaut und kann auch gut mit Kinderwagen begangen werden. Dennoch bekommt man bei einem Blick in die urtümlich belassenen Zuläufe einen Eindruck davon, was einen im weiteren Verlauf der Strecke noch erwarten mag. Wobei Zuläufe tatsächlich etwas übertrieben ist. Denn da der den Hintersee speisende Klausbach auch immer viel Geröll und Sand mit sich führt und so eben stark zur zunehmenden Verlandung des Sees beiträgt, wird dieser mittlerweile parallel zum Ostufer um den See herum geleitet.

Auch der Fußweg führt jetzt erstmal ein wenig vom See weg Richtung Straße. Aber schon bald kommt man zu einer den Ablauf des Sees überspannenden Brücke. Hier beginnt nun heute auch die Ramsauer Ache. Seit einem gewaltigen Felssturz vor rund 4000 Jahren vom Hochkaltermassiv, der auch den Hintersee erst aufstaute, sucht sie sich auf teils spektakuläre Weise ihren Weg durch die Trümmerbrocken und trug so zur Entstehung des Zauberwaldes bei, der heute übrigens zu Bayerns 100 schönsten Geotopen gezählt wird.

Hintersee002Ab hier verwandelt sich der bisher breit ausgebaute und teils auch asphaltierte Weg mehr und mehr in einen schmalen Pfad, der auch für Kinderwägen nicht mehr nutzbar ist. Der Weg durch den Zauberwald wurde dabei schon 1896/97 vom Ortsverschönerungsverein Ramsau angelegt. Er ist in weiten Bereichen geschottert und größere Höhenunterschiede werden z.B. durch mit Bohlen künstlich angelegte Stufen überwunden. Obwohl man dadurch noch immer gut die menschliche Hand bei der Gestaltung und Pflege des Weges erkennt, ist man doch schnell von der Urtümlichkeit der Umgebung gefangen. Neben dem steten Rauschen der Ache trägt hierzu auch die von Moosen und Flechten geprägte Optik vieler Bäume und Felssturztrümmer bei.

Hintersee003Auch die Kinder waren ab hier ganz in ihrem Element. Schließlich gibt es im Verlaufe des Wege hinreichend Stellen, wo man auch einmal um einen der Brocken herum laufen oder auch ohne angelegte Stufen einen Höhenunterschied überwinden kann. Dies ist vor allem daher möglich, da der Weg nicht immer unmittelbar dem Wasserlauf folgt. Umgekehrt sind solche Stellen, wo man sich auf Grund der Geländegestaltung unweigerlich den brausenden Wassermassen nähern muss, mit Brücken und/oder Geländern gut versichert. Von daher können hier auch kleinere Kinder schon gut alleine laufen, auch wenn man sie natürlich nicht zu weit voraus springen lassen sollte, um den Wegezustand und die Wegesicherheit immer noch ausreichend beurteilen zu können.

Hintersee004Auf diese Art verstrich die Zeit fast unmerklich, ehe wir nach einer knappen Stunde Wegzeit und etwa 1,2 km eine schöne Stelle für eine erste Rast entdeckten und uns erst einmal reichlich stärkten.

Hintersee005Leider führte uns der Weg im Anschluss an diese Pause schon bald aus dem Hauptabschnitt des Zauberwaldes hinaus. Ursprünglich hatten wir eigentlich geplant, dem Verlauf der Ramsauer Ache auf einem anderen Wegesystem noch etwas weiter zu folgen. Allerdings mussten wir feststellen, dass bei allem Ausbau des Ramsauer Wegenetzes an dieser Stelle die Ausschilderung etwas stiefmütterlich gehalten ist. Und wir mussten in diesem Zusammenhang auch ein wenig Lehrgeld zahlen, dass man sich für einen kurzen Blick in eine ordentliche Wanderkarte nie zu schade sein und sich nicht nur auf das Bauchgefühl bei der Wahl des Weges verlassen sollte. Zwar haben wir uns nicht verlaufen, wohl aber die Runde am Ende um knapp 2,5 km kürzer abgeschlossen, als im Vorfeld auf der Karte ausgesucht.

Hintersee007So ging es stattdessen jetzt wieder auf einem einfachen geschotterten Pfad ohne größere Unebenheiten weiter. Ergänzend zu der nun wieder etwas tristen Wegführung durch den Wald führt dieser Abschnitt nun auch noch ein kurzes Stück knackig bergan, so dass die Wanderlust der Kinder in diesem Bereich in kürzester Zeit gen Null rutschte und wir durchaus ein wenig in die Trickkiste greifen mussten, um sie ohne größeres Gemecker die Steigung hinauf zu bekommen. Selbst gesuchte Wanderstöcke und ein plätschernder Brunnen als Ziel können da recht hilfreich sein.

Hintersee008Schließlich hatten wir aber doch den See wieder vor Augen und wir konnten erkennen, dass wir es unmerklich auf die unserem Startpunkt gegenüber liegende Seite geschafft hatten. Ab hier folgten wir nun dem Prinzregent-Luitpold-Weg, der uns etwas später auch noch an dessen Lieblingsplätzchen mit schönem Blick über den See vorbeiführen sollte. Dieser geschotterte Wanderweg ist ebenfalls gut ausgebaut und bietet selber nur wenig Herausforderung.

Hintersee009Allerdings haben es einige kleinere Felstrümmer auch bis auf diese Seite des Seeufers geschafft, so dass auch hier nun vor allem zur Seeseite des Weges hin wieder ein wenig an den urtümliche Charakter des eigentlichen Zauberwaldes erinnert wird. Da gleichzeitig das Wasser selbst doch erst ein paar Meter entfernt beginnt, konnten die Kinder hier nun gefahrlos ihrem Weg parallel zum Weg im Wald suchen und fanden so schnell die Freude am Wandern wieder.

Hintersee010So hatten wir schließlich nach 2 Stunden im und um den Zauberwald den Hintersee zu 3/4 umrundet und fanden uns nun in der Zivilisation mit asphaltierten Straßen und Gehwegen wieder. Wen es jetzt wieder mehr in die Natur zieht, der kann von hier aus auch einen kleinen Personenfährverkehr über den See nutzen und am östlichen Ufer zurück Richtung Parkplatz gehen. Uns zog aber vielmehr der Durst nach Kaffee und Kakao in eine der am Westufer angesiedelten Wirtschaften.

Nachdem wir uns auf diese Weise noch einmal ausgiebig gestärkt hatten, ging es abschließend noch die wenigen Meter weiter bis zum Parkplatz. Insgesamt hatten wir schließlich 3,1 km Strecke bei gemütlichen 58 Höhenmetern gemeistert und hierfür mit zwei Pausen rund 3 Stunden benötigt.

Karte-Hintersee
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