Tscheppaschlucht – Ferlach

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 619 m
Höchster Punkt: ca. 776 m

Höhenunterschied: ca. 600 m
Länge: ca. 4,3 km
Dauer: ca. 4Std.
Parken & Anfahrt: Parkplatz Tscheppaschlucht

Um die Anfahrt zu planen, nutze bitte die interaktive Karte ganz
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Hinweise:
  • Klettergeschirr und Seilsicherung für Kinder
  • Festes Schuhwerk zwingend erforderlich
  • Nur für Trittsichere
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
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Die Tscheppaschlucht bei Ferlach, die der Loiblebach über Jahrmillionen in den Fels geschnitten hat, wird zu den beeindruckensten Naturschauspielen Kärntens gezählt. Da die einfache Wegstrecke noch dazu überschaubar ist und man im Eintrittspreis* auch gleich den Bustransfer von den verschiedenen Ausstiegsstellen zurück zum Parkplatz inkludiert hat, mussten wir in diesem Sommerurlaub die Gelegenheit zu einem kurzen Abstecher einfach nutzen.

tscheppa18Von Ferlach kommend erreicht man bald einen großen gebührenpflichtigen Parkplatz, der ob seiner Kapazitäten erahnen lässt, wie geschäftig es hier an manchen Tagen in der Saison zugehen kann. Wobei sicher nicht alle Besucher auch die Tscheppaschlucht aufsuchen werden, denn im Vorfeld des Zustiegs liegt auch der Waldseilpark Tscheppaschlucht (http://waldseilpark-tscheppaschlucht.at/de/), nach eigener Auskunft Kärntens 1. und größer Waldseilgarten, der auch über eine beeindruckende FlyingFox-Anlage verfügt.

tscheppa19Der Weg zu diesem und von hier weiter zum „Goldnen Bründl“, wo sich der Kassenbereich der Tscheppaschlucht befindet, gestaltet sich als breiter abfallender geschotterter Forstweg. Dennoch ertönte auf den 20 Minuten von Seiten der Kinder in Erwartung des bevorstehenden Abenteuers kein einziges Murren. Und auch hinter dem Eingang lässt sich zuerst noch nichts von der Schroffheit der Schlucht erahnen, da sich hier der Loiblebach schon ruhiger in einem breiteren Bett bewegt. Auch der Weg ist ob des verfügbaren Platzes noch breit angelegt und gut zu begehen. Die Verantwortlichen für die Pflege der Schlucht nutzten hier sogar die bestehenden Möglichkeiten, um beidseits des Weges einen Barfußparcour anzulegen. Ob der bei unserem Besuch herrschenden herbstlichen Morgentemperaturen um 10° C verzichteten wir aber auf diese Möglichkeit die Durchblutung der Füße vor der bevorstehenden weiteren Wanderung zu fördern.

tscheppa20tscheppa21Trotz dieser hier noch vorhandenen leichten Wegführung haben wir die Kinder schon im Kassenbereich mit ihren Geschirren ausgestattet. Immerhin wird nicht nur auf der Homepage der Tscheppaschlucht, sondern auch bei den aufgestellten Verhaltensregeln am Eingangsbereich deutlich darauf hingewiesen, Kinder zu sichern bzw. an der Hand zu führen. Wir verzichteten allerdings hier noch auf die Führung am Seil, wollten jedoch vorbereitet sein, sobald der Weg ausgesetzter wird.

tscheppa22Bevor es soweit war, kamen wir aber noch an zwei weiteren Stationen vorbei, die diese Hinführung ebenfalls kurzweilig gestalteten. Zum einen war dies der Überlauf der Tscheppa-Drei-Brunnen-Quelle, der als kleiner Wasserfall am Wegesrand herunterschoss. Leider waren die ursprünglich bereitgestellten Becher zur Verköstigung des frischen Quellwassers allesamt verschwunden. Zum anderen der Nachbau einer als Schmuggler- und Wildererplatz bezeichneten Holzknecht-Rindenhütte.

tscheppa23Schließlich standen wir aber doch vor den ersten Stufen. Da hier nochmal ausdrücklich auf die Sicherung der Kinder hingewiesen wird, nahmen wir als Eltern nun auch die Sicherungsseile zur Hand. Dies ermöglichte nicht nur den Kindern, sondern auch uns frei zu gehen, beide Hände weitgehend frei zu haben und vor allem nicht durch das an-der-Hand-halten zu beengt gehen zu müssen. Denn eines wurde schon auf den ersten Metern der nun beginnenden Strecke klar, die Aufforderung zur Sicherung der Kinder ist auf jeden Fall angebracht. Im Vergleich zu manch anderen touristisch voll erschlossenen Klammen, die hier im Blog auch schon vorgestellt wurden, ist die Wegführung und Absicherung doch etwas offener gestaltet. Nicht selten könnte der Abstand des Stegs zur Wand oder auch die Zwischenräume der oft nur mit zwei Querlatten ausgeführten Geländer groß genug sein, um ein stürzendes Kind durchrutschen zu lassen. Und auch wenn wir nicht einmal in die Verlegenheit kamen, froh um die Sicherung unserer Töchter zu sein, im Berg heißt es einfach „besser man hat, als man hätte“. Außerdem wissen wir aus Erfahrung, dass die beiden, wenn sie mit dem Geschirr gesichert sind, freier und weniger verkopft auflaufen, was schon von vornherein Stolperern und Stürzen vorbeugt.

tscheppa24tscheppa25Der Weg gestaltete sich von nun ab ziemlich vielfältig. Angefangen bei mit Querlatten oder Lochplatten verbundenen Doppeldielen, über mit Holzbrettern und -balken gesetzte Stufen und teils steile eiserne Treppen oder Querleitern bis hin zu felsigem, teils auch ausgesetztem Untergrund war alles geboten, teilweise gab es Passagen ähnlich einem Klettersteig der Kategorie A. Auch ging der Weg durchaus nicht immer nur bergan, manchmal hieß es auch erst wieder absteigen, ehe man die nächste Steighilfe erreichte. Und auch wenn wir -wie gesagt- alle Stellen und Varianten gut meisterten, wurde allerdings ebenfalls klar, dass sich insbesondere kleinere Kinder mit der doch zum Teil extremen Höhe einzelner Stufen schwertun können. Von daher sollten Kinder, die mit auf die Tour durch die Tscheppaschlucht genommen werden neben einer hinreichenden Ausdauer und Trittsicherheit auch wohl mindestens eine Körpergröße von 1 Meter haben. Und zumindest für den noch zu beschreibenden Weg zum „Deutschen Peter“ sind auch Kraxen ehr ungeeignet, da man hier mehrfach doch deutlich den Kopf einziehen muss.

tscheppa26Wie schon der Name sagt, handelt es sich bei der Tscheppaschlucht nicht direkt um eine Klamm. Diese verläuft deutlich tiefer. Der Weg ist hier schon weiter oben angelegt, wo sich die Felswände schon wieder weiter öffnen. Man läuft kaum direkt über dem Wasser, auch Brücken hat man selten zu überqueren. Dennoch hat man aber doch immer wieder beeindruckende Einblicke auf den unter einem fließenden Loiblbach und die Kraft mit der er sich seinen Weg durch den Felsen bahnt. Dies wird vor allem an den Stellen besonders spürbar, wo man, obwohl man sich in so großer Höhe über der Wasserkante bewegt, noch auf Augenhöhe die Spuren des Wassers sieht, die es sich wohl vor vielen tausend Jahren hier hinterlassen hat.

tscheppa27tscheppa28So erreichten wir nach knapp 1½ Stunden in denen wir fast unmerklich 2,5 km und 120 Höhenmeter hinter uns gebracht hatten, die Weggabelung, von der es auf der einen Seite weiter zur Teufelsbrücke und dem Tschaukofall geht und auf der anderen über das Tal des Loiblbachs zum „Deutschen Peter“. Hier machten wir dann erst einmal ausgiebig Rast.

tscheppa29Danach ging es erst einmal weiter zu einem Zwischenausstieg der Tscheppaschlucht: der Teufelsbrücke über dem Tschaukowasserfall. Der Charakter der Schlucht ändert sich hier etwas, man kann sich wieder näher am Wasser bewegen, allerdings sind vor allem auch zu Beginn der Wegstrecke stellenweise recht ausgesetzte Stellen zu überwinden. Dennoch erreicht man schon nach weiteren 15 Minuten den Einstieg in den Aufstieg zu Wasserfall und Brücke. Diese waren wohl lange nur unter gehobener Schwierigkeit zu erreichen. Mittlerweile wurden hier aber regelmäßige, gut zu gehende Stahltreppen eingebaut, die einem einen sicheren und raschen Zugang ermöglichen.

tscheppa30Nach der Überquerung der Teufelsbrücke könnte man nun auch oberhalb der Schlucht auf einem um einen Naturpfad bereicherten Panoramaweg das Loibltal entlang zum „Deutschen Peter“ gehen. Da wir aber nach der schon geleisteten Strecke nun doch aufkeimende Müdigkeit auf Grund breiter Wege befürchteten, entschieden wir uns ein kleines Wegstück zurückzukehren und dann auf einem augenscheinlich weniger begangenen Weg der Tscheppaschlucht weiter zu folgen und unten im Loibltal aus der Schlucht auszusteigen. Und tatsächlich, der abenteuerliche Weg, der stete Konzentration und ab und an auch den Einsatz der Hände verlangte, lies die Mädels weiter forsch vorangehen. Man merkte im Grunde gar nicht, wie wieder Strecke gemacht und Höhenmeter überwunden wurden. Nach weiteren 45 Minuten erreichten wir so schließlich den offiziellen, an einem verschließbaren Tor erkennbaren Ausgang aus der Schlucht. Auch die verbleibenden 15 Minuten bis zum Gasthaus und der Busstation gingen fast von selbst.

tscheppa31tscheppa32tscheppa33Insgesamt brauchten wir so, inklusive einer ausgiebigen Brotzeitpause, gute 4 Stunden für eine Gesamtstrecke von 4,3 Kilometern und ca. 600 Höhenmetern. Vier Stunden in denen es ob des besonderen Reiz der Tscheppaschlucht keinerlei Ermüdungserscheinungen auch bei der Kleinen gab und die zwischendurch auch noch mit dem erfolgreichen Bergen eines Geocaches versüßt wurden. Alles in allem ein wirklich gelungener Tag!

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Empfohlene Literatur
Villach, Faaker See: Wander- und Bikekarte. Carta escursioni e bike. Mit Panorama. GPS-genau. 1:25.000 Kärnten: 51 Touren zwischen Hohen Tauern und Karawanken. Mit GPS-Tracks. Karawanken und Steiner Alpen: 53 Touren. Mit GPS-Tracks. (Rother Wanderführer)
Klopeiner See - Karawanken Ost - Steiner Alpen: Wanderkarte mit KOMPASS-Lexikon und Radwegen. GPS-genau. 1:50000 (KOMPASS-Wanderkarten, Band 65) Wörthersee - Karawanken West: Wanderkarte mit Kurzführer, Panorama, Radwegen, Skitouren und Loipen. GSP-genau. 1:50000 (KOMPASS-Wanderkarten, Band 61)
Viel Spaß beim Nachwandern wünscht euch euer Mountainbatchers Team !!

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Tscheppaschlucht - Ferlach
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