Über Stock und Stein auf den Nockstein (4 km, 260 hm)

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 740 m
Höchster Punkt: ca. 1042 m

Höhenunterschied: ca. 302 m
Länge: ca. 4,0 km
Dauer: ca. 3 Std. (mit kleinerem Kind ca. 5 Std.)
Parken & Anfahrt: Wanderparkplatz beim Riedl-Wirt

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Hinweise: Wir haben sehr gute Erfahrung mit einem Klettergeschirr und kurzem Seil zur Sicherung der Kinder gemacht. Auf jeden Fall müssen Kinder an der einen oder anderen exponierten Stelle gesichert werden und wenn es nur „an die Hand“ nehmen ist.
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
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Für unsere zweite Tour nach Ostern entschieden wir uns, auch noch den Alpen einen Besuch abzustatten. Da in den höheren Lagen aber größtenteils noch immer gute Schneelagen herrschten, fiel die Wahl auf einen der meist begangenen Hausberge Salzburgs. Der 1042 m hohe Nockstein gehört zu den nördlichen Kalkalpen und fällt trotz seiner geringen Höhe vor allem durch seinen alpinen Charakter auf. Der Weg von Koppl auf die Nocksteinspitze und zurück ist etwa 4 km lang und überwindet auf zum Teil schmalen Pfaden einen Höhenunterschied von rund 260 m.

Auf Grund der Erfahrung des Vortags, dass die mitgeführte Kraxe weniger Sicherheit, als vielmehr Verlockung darstellt, blieb diese diesmal daheim. Stattdessen packten wir für beide Kinder Geschirr und Seil ein, um auch etwas kritischere Stellen sicher überqueren zu können.

Nockstein001Nachdem wir das Auto am Ortsende von Koppl beim Gasthof am Riedl geparkt hatten, führte uns unser Weg zunächst noch auf Asphalt bergan. Hinter den Anlagen des Union Tennis Clubs erreicht man dann den Wald und der Weg geht in einen breiten Forstweg über. Über weite Teile verläuft er dabei als unterschiedlich stark ausgeprägter Hohlweg. Dessen Sohle war an vielen Stellen noch von durch die Regenfälle der Vortage von den Flanken eingeschwemmten Bruchsteinen und Ästen bedeckt. Und obwohl man dadurch schon hier auf seinen Weg achten musste, stellte er vor allem für die Kleine eine wohl geringe Verlockung dar. So kam es, dass wir schon nach gut 500 Metern eine erste Rast an einer kleinen Kapelle einlegten.

Nockstein010Von hieraus führte der Weg noch etwa 200 weitere Meter bergauf durch den Wald, ehe man auf eine Lichtung gelangt. Die Überquerung der im Sommer wohl beweideten Wiese, auf der auf den ersten Blick kein Weg zu erkennen war, faszinierte unsere beiden Wanderinnen dann doch wieder. Und wir erfreuten uns an dem ersten Ausblick, den diese Unterbrechung im Wald uns ermöglichte.

Nockstein009Nockstein008Denn von hieraus ging es erst einmal wieder zurück in den Wald, wobei der Weg nun deutlich schmaler wurde. Nach vielleicht weiteren 300 Metern kamen wir an die erste von mehreren „Treppen“. Ab hier waren die Kinder fast nicht mehr zu halten. Immerhin hieß es nun immer öfter nicht nur die Füße, sondern auch die Hände zu benutzen. Wobei, für unsere Kleine war das eigentlich nur eine Devise, solange die Hände es mit Fels oder trockenem Holz/Rinde zu tun hatten. Schließlich könnten sie ja beim Hinlangen auf andere Untergründe dreckig werden.

Nockstein006Der bisherige Pfad entwickelt sich nun zunehmend zum Steig. Und da wir aus dem Kartenmaterial auch wussten, dass es bis zur Gratüberquerung nicht mehr weit ist, war es für uns Eltern nun auch an der Zeit, den Kindern die Klettergurte anzulegen. So konnten beide, von je einem Elternteil locker am Seil gesichert, mit Spaß und Elan dem Weg weiter alleine folgen und auch kleinere Kletterpassagen gefahrlos überwinden. Denn auch wenn der Steig auf den ersten Blick gut begehbar ist, über weite Teile ist es doch so schmal, dass ein Nebeneinander nicht möglich ist. Auch bilden den Weg überspannende Wurzeln öfters Stolperfallen und zu den beidseits teils steil abfallenden Hängen ist es nicht weit. Dank der prophylaktischen Sicherung stellten diese aber keine Gefahr dar und wir konnten die Augen an verschiedenen Stationen auch für die hiesige Schönheit der Natur öffnen: Nicht nur, dass sich immer wieder wechselnde Aussichten ergaben. Auch der Nockstein-Grat selber mit seinen kleineren bis mittelgroßen Felsnadeln bot beeindruckende Ansichten.

Nockstein01Der letzte Abschnitt des Grates führte wieder zurück in den Wald, wo es auf nun wieder etwas breiterem Pfad erst mal galt, eine kleine Senke zu durchqueren. An ihrer Sohle trifft der von uns gewählte Aufstieg von Kappl mit der Alternativroute zusammen. Von hier gilt es jetzt nochmal einen kurzen Anstieg, der zum Ende hin wieder durch eine der schon erwähnten Treppen erleichtert wird, zu meistern. Schließlich erreichten wir den Sattel unterhalb der Nocksteinspitze. Das eigentliche Ziel nun schon vor Augen, beschlossen wir aber hier erst auf dem Rückweg ausgiebiger zu rasten.

Nockstein004Den Empfehlungen der im Vorfeld zu Rate gezogenen Tourbeschreibungen folgend, wählten wir den rechten Weg, der auch mit Kindern begehbar sein sollte. Nach einer kurzen Querung der Hangflanke wurde der Steig wieder ausgesetzter und führte nun auf Serpentinen stätig bergan. Wie schon über den Grat sollte hier eine gewisse Trittsicherheit auf jeden Fall gegeben sein. Bis auf den Umstand, dass unsere Kleine immer noch Hemmungen hatteNockstein002, sich beim Überwinden der teils etwas höheren Felsstufen die Hände dreckig zu machen, meisterten beide Kinder aber auch diesen Abschnitt mit Bravour. Schließlich kamen wir nur noch wenige Meter unterhalb des Gipfels an eine letzte Treppe, nun auch mit Seilversicherung. Oben angekommen, mussten wir in Sichtweite des Gipfelkreuzes feststellen, dass es sich bei den anschließenden 3 bis 4 Metern um eine sehr schmale und ausgesetzte Stelle am Fels entlang handelte, die absolute Trittsicherheit verlangte. Auch wenn sich die Kinder bisher sehr gut angestellt hatten, beschlossen wir kein Risiko einzugehen. Und auch wenn wir den Rückweg vor Erreichen des Gipfelkreuzes angetreten haben, wir standen ja fast davor und somit gilt der Nockstein für uns als (vorläufig) erstiegen.

Nockstein003

Wie im Aufstieg geplant, machten wir dann auf dem Sattel erstmal ordentlich Rast auf dem dortigen „Glücksplatz“-Bankerl und stärkten uns für den Abstieg. Anschließend ging es auf gleichem Weg wieder zurück. Am Fuß der letzten Treppe wurden dann auch die Geschirre wieder ausgezogen. Und mittlerweile auch mit Bergsteigergeist erfüllt, gab es selbst auf dem letzten Abschnitt durch den Wald mit mittlerweile schon gut 3,5 km in den Beinen keine Quengelei oder Kraftlosigkeit. Aber vielleicht hat ja auch einfach der in Aussicht gestellte Spielplatz beim Gasthof am Riedl als nächstes Ziel einen ausreichenden Anreiz dargestellt. Jedenfalls wurde dieser im Anschluss an die Wanderung noch ausgiebig zum Toben genutzt, ehe wir den Tag bei einem guten Abendessen in diesem sehr kinderfreundlichen Restaurant ausklingen liesen.

Plan_Nockstein

Über Stock und Stein auf den Nockstein (4 km, 260 hm)

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