Zollnersee – ein Geotrail auf den Spuren der Geheimnisse einer Landschaft

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 1720 m
Höchster Punkt: ca. 1817 m

Höhenunterschied: ca. 149 m
Länge: ca. 4,5 km
Dauer: ca. 3 Std.
Parken & Anfahrt: Parkplatz bei der Zollnerseehütte

Um die Anfahrt zu planen, nutze bitte die interaktive Karte ganz
unten. Beim klicken auf den Pin kann die Routenplaner-Funktion genutzt werden.

Hinweise: Infotafeln enthalten ein Suchspiel, bei Lösung bekommen die Kinder im Besucherzentrum in Dellach eine kleine Überaschung
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
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Bei einem Besuch im Besucherzentrum des GeoParks Karnische Alpen in Dellach wurden wir auf das auf rund 1750 m hoch gelegene Gebiet des Zollner Sees aufmerksam, da der hier verlaufende Geotrail als besonders familienfreundlich empfohlen wird. Allerdings darf man hierfür die gut 14 km lange Anfahrt über eine unbefestigte Forststraße ohne Leitplanken, dafür mit wenig Ausweichstellen und engen Kurven, die aber nicht selten schöne Ausblicke erlauben, nicht scheuen. Diese führt einen von Weidenburg bis zu einem kleinen Parkplatz kurz unterhalb der Zollnersee Hütte und ist in der Regel während deren Öffnungszeiten für die allgemeine Benutzung zugelassen.

Zollnersee029

Zollnersee030Vom Parkplatz aus fällt einem dann zuerst die neben der Hütte gelegene Zollner-Friedenskapelle auf. Sie wurde in den 80ern als Erinnerung an die entlang der in unmittelbarer Nähe verlaufenden Frontlinie des Gebirgskriegs von 1915-1918 gefallenen Soldaten errichtet. Und da Kirchen zum einen besondere Anziehungskraft auf unsere Kinder haben, wir zum anderen den Urlaub aber auch ganz bewusst ein wenig den Spuren dieses Krieges gewidmet hatten, war diese Kapelle dann auch unsere erste Station der nun anstehenden Wanderung.

Zollnersee031Von der Friedenskapelle nahmen wir die Abkürzung über die Zollnersee Hütte, um wieder zurück auf den eigentlichen Geotrail zu gelangen. Dadurch verpassten wir aber leider die Einführungstafeln in das Gebiet, auf denen auch der Hinweis auf das hier vom GeoPark Karnische Alpen versteckte Suchspiel gestanden hätte. Und da wir uns im Besucherzentrum den kleinen Führer zu den insgesamt 5 Geotrails in der Umgebung gegönnt hatten, verzichteten wir auch entgegen unserer sonstiger Gewohnheit auf das Abfotografieren der Infotafeln. So haben wir leider unsere Kinder um die nachträgliche Belohnung für diese Wanderung gebracht, dem Spaß vor Ort hat das aber keinen Abbruch getan.

Kurz unterhalb der Hütte erwartete uns nämlich nicht nur die erste Station des Geotrails, sondern gleich das erste Abenteuer in Form einer Bachüberquerung. Dass wir uns hierbei am Rande eines großen Moores als Rest eines vor 3000 Jahren noch an dieser Stelle gelegenen Sees befanden, geriet bei der Suche nach dem richtigen trittsicheren Stein im Wasser fast schon aus dem Blick.

Zollner01Auf der anderen Seite des Baches ging es dann direkt wieder bergan. Der schmale Weg führte dabei gut erkennbar weiter bis zur zweiten Station. Schon auf dem Weg waren wir überwältigt, von den starken Farbkontrasten, die die herbstliche Vegetation und der blaue Himmel boten. Am Haltepunkt selbst genossen wir dann die Fernsicht, die man von der etwas abseits des Weges gelegenen Anhöhe hat. Die Gestalter des Trails haben diesen Ort dabei nicht umsonst gewählt, denn von hieraus bekommt man einen guten Eindrucks der gewaltigen landschaftsformenden Kräfte der Eiszeiten.

Zollner02Die Gletscher der letzten Eiszeit waren es auch, die die Senke für das Naturdenkmal Zollner See schufen, der die dritte Station des Trails darstellt. Da auch dieser zunehmend verlandet und sich langsam zu einem Moor entwickelt, konnten wir leider nicht so nahe ans Wasser herantreten, wie wir es zu Beginn der Wanderung den Kindern versprochen hatten. Und auch wenn sie nun um eines der Ziele der Tour gebracht wurden, denn Steine ins Wasser werfen übt wohl auf alle Kinder eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus, der guten Laune tat dies keinen Abbruch. Denn der Weg hierher war weiterhin gleichzeitig schmal genug gewesen, um spannend zu sein, das Gelände dabei sanft genug, um die Kinder selbständig laufen zu lassen und dennoch bot es immer wieder ein Abenteuer z.B. in Form weiterer Bachüberquerungen. Außerdem konnten wir an dieser Station zumindest ein anderes gesetztes Ziel einhalten, nämlich das gemütliche Picknick.

Zollner03Sowohl an der dann folgenden vierten wie an der fünften Station erfährt man dann einiges über den geologischen Aufbau des hiesigen Gebirges und vor allem auch über die hier in den Steinen verborgenen fossilen Spuren des ursprünglichen Meeresbodens, der sich nun in einer Höhe von rund 1817 m erhebt. Den Kindern machte dabei vor allem das Steineklopfen sehr viel Spaß und auch wenn ihr sanftes Stein-an-Stein-schlagen natürlich keine geologischen Schätze zu Tage brachte, sie waren davon überzeugt hier „DIE“ Entdeckung ihres jungen Lebens zu machen.

Zollner04Zollnersee034Hierzu mussten wir aber erst vom Zollner See weiter zur vierten Station des Geotrails gelangen. Dies hies zuerst einen kleinen Teil des bisherigen Weges wieder zurückzugehen. Aber schon bald zweigt der Weg dann ab und man erklimmt über grüne Wiesen einen flachen Hügel. War die Strecke bis zum Zollner See wohl auf Grund vieler „Kurzstrecken“-Wanderer von der Zollnersee Hütte aus noch stark ausgetreten und somit gut erkennbar, mussten wir nun doch immer öfters auch einen Blick in die Wanderkarte und das GPS werfen. Der Verlauf des Geotrails war nämlich im Gelände in diesem Bereich oft nicht auszumachen. Mit dazu beigetragen hat dabei bestimmt auch der dichte Bewuchs mit Alpenrosen, der geradezu nach einer Wiederkehr zur Zeit der Blüte schrie. Glücklicherweise konnte man aber oft in der Ferne die Infotafel der nächsten Station erkennen. Ab und an gaben auch vereinsamt im Gelände stehende Wegweiser eine grobe Orientierung vor. Um aber insbesondere beim Abstieg von den Kuppen nicht unverhofft an einer steiler abfallenden Stelle herauszukommen, war es schon hilfreich gelegentlich einen Blick in die Wanderkarte und GPS mit Höhenlinien zu werfen.

Zollner05Kurz unterhalb der Station 5 kommt man dann aber auch schon wieder auf ausgetretenere Pfade. Der Weg führt nun kurz unterhalb des alten Zollhaus an der Grenze zu Italien vorbei, das heute noch als Schutzhütte dient. Während also auf der einen Seite nun die Hänge zum Zöllnertörl und zum Kleinen Trieb hin ansteigen, öffnet sich vor einem eine weite kesselförmige Ebene, an deren Flanke entlang nun der weitere Weg führt und auf dessen gegenüberliegender Seite man schon wieder die Friedenskapelle und die Zollnersee Hütte erkennen kann. An Haltepunkt 6 erfährt man dann, dass auch diese Formation eiszeitlichen Ursprung ist, dass der Kessel einst vom abschmelzenden Eis zum See aufgefüllt wurde und dass dieser mittlerweile wieder verlandet und zu einem weiteren Moor auf der Hochebene wird.

Zollner06Da wir auf Grund der Anfahrt wussten, dass der Rückweg von Station 8 zum Parkplatz bzw. zur Zollner See Hütte sich ziemlich langatmig über den Fahrweg hinziehen wird, hatten wir ursprünglich eigentlich vor, kurz nach Station 6 einen Querstich direkt zur Hütte zu nehmen. Jetzt hatten wir aber den ausführlichen Führer zum Geotrail als Informationsmaterial dabei und der verriet uns, dass ausgerechnet Station 7 nicht nur geologisch, sondern auch archäologisch für uns interessant sein könnte. Ein Muss also für jede wandernde Archäologenfamilie. Daher folgten wir nach einer kleinen Steinwurf-Einheit an einer der wenigen verbliebenen gut zugänglichen Wasserstellen erst noch ein kleines Stück dem hier sogar relativ breiten Weg, bis wir an die ehemalige Erzabbaustelle gelangten. Heute ist diese „Loch“ ziemlich überwuchert, man kann sich aber trotzdem vorstellen, was es die damaligen Menschen gekostet haben mag, das Erz dem Berg abzuringen.

Zollner07Von hier gingen wir dann das kurze Stück zum Abzweig der Direktverbindung zur Zollnersee Hütte zurück. Der Weg wurde nun wieder schmaler und somit spannender. Und mit dem Ziel nun fest vor Augen, liefen sich diese letzten Meter auch für die Kinder fast von selbst. Am Ende schlossen wir eine schöne spätsommerlichen Wanderung von 4,5 km Länge nach guten 3 Stunden mit einer gemütlichen Brotzeit ab. Und wer jetzt glaubt, die Kinder hätten nach dieser Runde genug von Bewegung gehabt, der hat die Rechnung ohne den Spielplatz der Hütte und die Kletterwand gemacht.

Zollner08Zollnersee028Zollnersee032Der gesamte GeoTrail am Zollner See auf der offiziellen Route ist übrigens rund 5 km lang.

Karte_Zollnersee

Zollnersee

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