Mühlenrundweg und Lammerklamm

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 507 m
Höchster Punkt: ca. 635 m

Höhenunterschied: ca. 256 m
Länge: ca. 7,9 km
Dauer: ca. 3,2 Std.
Parken & Anfahrt: Wanderparkplatz in Oberscheffau

Um die Anfahrt zu planen, nutze bitte die interaktive Karte ganz
unten. Beim klicken auf den Pin kann die Routenplaner-Funktion genutzt werden.

Hinweise: Festes Schuhwerk erforderlich
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
Outdooractive link: Hier klicken

Zum ersten Mal hat es die Mountainbatchers in den Bereich des Tennengebirges um genauer zu sein nach Scheffau am Tennengebirge verschlagen. Hier haben wir uns, wie soll es auch für eine wandernde Archäologenfamilie anders sein, eine Rundwanderung rausgesucht, die sowohl Kulturell/Historisches wie auch einiges an Geologie, Flora und Fauna zu bieten hat. Abgeschlossen wurde der Tag mit fröhlichem Plantschen in der Lammer.

Der Mühlenrundweg

Der Mühlenrundweg beginnt am gebührenfreien Wanderparkplatz im Teilort Oberscheffau, wo wir das Auto für den ganzen Tag stehen lassen. Es empfiehlt sich hier zeitig da zu sein, da besonders bei schönem Wetter der Parkplatz rasch voll ist, da hier auch viele Kajakfahrer parken, die durch die Lammerklamm kommen.

Vom Parkplatz (Karte Mühlenrundewg) aus geht es zunächst ein gutes Stück auf asphaltierten Straßen in Richtung Winkelau. Kurz nach der Brücke über den Schwarzenbach beim Engelhartwirt nehmen wir die Straße weiter Richtung Winkelau. Hier in Winkelau beim HolzArt startet auch der Herzelweg, wie der untere Teil des Mühlenrundwegs bis zum Schwarzenbachfall auch genannt wird.

Wir folgen weiterhin dem Schwarzenbach auf der asphaltierten Straße, die ihren Charakter aber kurz nach Winkelau in einen geschotterten Forstweg ändert. Der Weg verläuft nun direkt am Schwarzenbach entlang und wird immer wieder von Bänken mit Herzerl gesäumt.

Nach gut 1 km erreichen wir die Herzelbucht wo es neben dem romantischen Plätzchen auch viel für die Kids zum Entdecken gibt. Angefangen vom Waldxylophone über Windspiele oder Irrgarten. Hier hatten wir dann doch einiges zu tun die Kinder wieder zum Weiterlaufen zu motivieren, was uns aber schlussendlich mit dem Argument, wir kommen hier nachher nochmal vorbei, gelungen ist.

Kurz nach der Herzelbucht zweigt ein Waldweg nach rechts ab, den wir dann nehmen: immer den „Herzel“ nach. Schon nach kurzer Zeit geht nun dieser Waldweg immer mehr in einen Steig über und auch der Schwarzenbach ändert zusehends seinen Charakter von einem romantischen Bächlein zu einem tosenden Gebirgsbach. Bald erreichen wir auch schon die erst der 3 Mühlen: die Raiden-Mühle war bis zu ihrer Auflassung im Jahr 1924 eine Getreidemühle.

Kurz hinter der Raiden-Mühle steht ein Bilderrahmen mitten im Wald und schnell wurde klar weshalb. An diesem Ort hat man einen wunderschönen Blick über den Schwarzenbach mit seinen tosenden Wassermassen wo die Wasser des Schwarzenbach und des Winnerfalls zusammenkommen sowie der alten Mühle. Dieses Plätzchen lädt geradezu zum Verweilen ein und diese Einladung haben wir dann auch danken für ein paar Minuten angenommen.

Weiter ging es dann über eine Brücke auf die andere Seite des Schwarzenbach wo wir nach kurzer Zeit auch die zweite der drei Mühlen erreichten. Die Winkler-Mühle wurde bis 1953 ebenfalls als Getreidemühle genutzt- Jedoch sind von dieser leider nur noch einige Fundamentreste und ein paar Mühlsteine erhalten. Unmittelbar neben der Winkler-Mühle wurde auch eine Marmor-Kugelmühle betrieben, in der Murmeln als Kinderspielzeug hergestellt und als „Salzburger-Spezialität“ in die ganze Welt vertrieben wurden.

Ein Stück weiter den Weg bergan folgend kommen wir nun zu der „Alten-Mühle“. Wobei, zuerst kommen wir mal an dem Latrinenhäuschen der alten Mühle vorbei. Die alte Mühle selber stammt aus dem 17. Jhdt. und wurde bis 1958 betrieben. Die Mühle ist noch vollständig erhalten und wird heutzutage von einem Verein betrieben und erhalten, der hier auch Vorführungen macht. Bei dem Geklapper der alten Mühle kommt einem unweigerlich das alte Volkslied „Es klappert eine Mühle am rauschenden Bach“ in den Sinn.

Vorbei an der „Alten-Mühle“ geht es nun auf einem schmalen Steig und über einige Holzbrücken entlang der Wasserzuleitung zum Mühlrad steil bergan in Richtung Schwarzenbachfall. Der Weg schlängelt sich auf einer Länge von ca. 400m mit einem Höhenunterschied von ca. 100 hm nach oben bis das untere Ende des Schwarzenbachfalls erreicht ist. Genau gegenüber dem Wasserfall etwas oberhalb des Schwarzenbach ist ein Aussichtspunkt eingerichtet, von wo sich das Naturschauspiel der herabstürzenden Wassermassen sehr schön beobachten lässt.

Nach einer kurzen Rast am Aussichtspunkt geht es nun weiter bergan zum oberen Teil des Wasserfalls. Hierfür führt uns der Weg erst einmal in einiger Entfernung zum Schwarzenbach nach oben bis wir mitten im Wald an eine Abzweigung kommen wo es nach rechts zum Aussichtspunkt des oberen Wasserfalls geht. Wir folgen also dem Weg und erreichen nach gut 10 min. den oberen Teil des Wasserfalls. Hier hat sich der Schwarzenbach schon tief in das Gestein eingegraben und man kann sehr gut sehen wie durch Erosion am Wasserfall die Klamm immer weiter in das Gestein treibt.

Nach einer kurzen Brotzeitpause geht es von hier den Weg zurück bis zur Abzweigung im Wald und dann wieder weiter bergauf. Nach gut 300m erreichen wir nun den unteren Teil des Winnerfalls wo dieser in die Winnerschlucht übergeht. Bei unserem Besuch führte der Winnerbach kein Wasser und war trockengefallen. Dies liegt an der Geologie des Tennengebirges. Die Quellen des Schwarzenbach und Winnerbach sind sogenannte Karstquellen und werden durch Regen oder Schmelzwasser gespeist, was durch den Berg sickert. Das Wasser sammelt sich im Berg in einem Höhlensystem und tritt dann an einer Karstquelle zutage. Da das Höhlensystem des Winnerfalls höher liegt als das des Schwarzenbach ist diese Quelle „nur“ aktiv bei extrem starken Regen oder Schneeschmelze, wenn das Wasser des Schwarzenbach praktisch in das Höhlensystem des Winnerbach im Berginneren überläuft. Dagegen ist die Quelle des Schwarzenbach ganzjährig wasserführend, da dieses Höhlensystem das unterste im Berg darstellt.

Nach einem kurzen Abstecher zum Aussichtspunkt der Winnerschlucht geht es noch ein paar Höhenmeter bergan bis wir wieder auf einen geschotterten Waldweg treffen. Hier gehen wir erst einmal nach rechts so ca. 250m und können hier die gewaltige Schüttung der Schwarzenbachquelle beobachten. An einem drückend heißen Tag wie wir in hatten, ist der kühle Luftstrom, der durch die Wassermassen ausgelöst wird, sehr erfrischend.

Wer mag kann dann auf einem „inoffiziellen“ Weg -besser gesagt Trampelpfad- noch die letzten paar Höhenmeter bis zum Eingang der Quellhöhle erklimmen. Dies sollte allerdings ohne Kinder erfolgen und auf eigene Gefahr.

Nun geht es den Waldweg wieder bis zur Abzweigung zurück. Nach weiteren etwa 100m wird der Waldweg wieder zum Steig. Uns führt nun eine Brücke über den trockenen Winnerfall und noch etwas weiter nach oben bis wir am Aussichtspunkt des Winnerfalls. Von hier kann man die Quellhöhle so ca. 100 hm weiter oben sehen. Wenn hier die Wassermassen tosen, ist das bestimmt beeindruckend. Einen kleinen Eindruck davon bekommt man auf den Bildern der Infotafel zum Winnerfall. Am Aussichtspunkt des Winnerfalls ist auch ein kleiner Rastplatz mit Tisch und Bänken eingerichtet.

Nun heißt es noch einen kleinen Anstieg zu absolvieren, dann stoßen wir wieder auf einen Forstweg und haben somit auch den höchsten Punkt der Runde mit 635m erreicht. Der Teilabstieg gestaltet sich nun unspektakulär, dem Forstweg folgend bis wir nach gut 1,2 km wieder an der Herzelbucht angekommen sind, wo nun das vorherige Versprechen zum Spielen eingelöst und gleichzeitig eine ausgiebige Brotzeitpause gemacht wird.

Der Weg zur Lammerklamm

Nach der Brotzeit gehen wir auf demselben Weg zurück bis zum Auto und dann weiter parallel zur B162 Lammertalstraße über einen kleinen Sattel bis zum Eingang der Klamm. Zugegebenermaßen es gehört nicht zu meinen Vorlieben parallel zu einer viel befahrenen Straße zu wandern, noch dazu in brütender Hitze ohne Schatten und dann noch bergauf. Aber manchmal lässt sich das aufgrund der Topografie einfach nicht umgehen. Vor allem, wenn man versucht so wenig wie möglich Wege doppelt zu laufen und stattdessen eher eine Runde daraus macht. Erschwerend kommt natürlich noch hinzu, dass auf so einem Teilstück die Motivation der Kids gleich gegen 0 geht. Langweilige asphaltierte Strecke auf einem Fußweg gleich neben einer lauten Straße. Zum Glück hält sich hier aber die Länge des Teilstücks mit 1,2 km in Grenzen und als wir am Eingang der Klamm ankommen, ist die Motivation auch gleich wieder bei 100%.

Die Lammerklamm

Die Lammerklamm auch Lammeröfen genannt, splittet sich in zwei Teile. In den engeren oberen Teil auch Dunkelklamm genannt und den etwas weiteren unteren Teil. Die Durchquerung der Klamm ist kostenpflichtig, aber diesen kleinen Obolus, der vorwiegend zum Erhalt der Steganalgen genutzt wird, entrichten wir gerne. Die Lammerklamm ist für den Besucherverkehr seit 1884 auf einer Länge von ca. 1000m erschlossen.

Direkt nach dem Kassenhäuschen am oberen Eingang der Klamm gehen steile Treppe nach unten auf die Steganlage der Dunkelklamm und ja es wurde uns nicht zu viel versprochen. Es ist schon gewaltig direkt so über dem tosenden Wasser und bei der Enge der Klamm zu wandern! Ganz nebenbei ist es hier bei den Temperaturen angenehm kühl und ist die richtige Abkühlung nach der der Hatscherei an der Straße entlang. Beeindruckend in der Dunkelklamm sind auch die Hochwassermarken der verschiedenen Jahre, die an der Engstelle wo sich Erwachsene zum Spaß der Kinder darunter durch bücken müssen, angebracht sind.

Die Dunkelklamm verlassen wir dann auf demselben Weg wie wir hineingegangen sind, am Kassenhäuschen vorbei in den unteren Teil der Klamm.

Dieser Wegabschnitt durch die Klamm ist vor allem für die Kinder mit einem Lehrpfad über Geologie, Flora und Fauna gestaltet, sowie für die ganz Kleinen mit der Legende (Märchen) um die Lammeröfen, ein Liebesschloss aus ferner Zeit.

Im unteren Teil der Klamm ändert sich der Charakter der Klamm fast an jeder Kurve. Mal eng mit steilen Felswänden, dann wieder weit geöffnet und an der nächsten Stelle liegt ein uralter Felssturz in der Lammer (Lammeröfen aus dem Märchen)

Für die knapp 1000m durch die Klamm benötigen wir ca. 45 min, wobei wir auch jedes Schild ob Lehrpfad oder Märchen den Kids ausführlich vorlesen müssen. Im letzten Drittel der Klamm, kurz vor der Brücke die zum Ausstieg führt, können wir dann noch beobachten wie die tosenden Wassermassen von Kajakfahren befahren werden.

Die letzten paar Meter geht es nun wieder auf einem breiten Schotterweg, der auf einer Dammkrone angelegt ist, ist nach Oberscheffau. Hier machten wir erst einmal ausgiebig Rast im Gasthof Lemmerklause und genießen das Eis, das wir uns alle redlich verdient haben.

Zum Abschluss nun geht es dann noch zum Plantschen an eine seichte Stelle der Lammer beim Parkplatz, die auch Ausstiegstelle für die Kajakfahrer ist. Vo rallem die Kinder haben hier nochmal jede Menge Spaß.

Summa summarum haben wir für die 9,6 km lange Strecke 5 Stunden inklusive aller Pausen benötigt, reine Laufzeit waren es 3:20 Std.


Viel Spaß beim Nachwandern wünscht euch euer Mountainbatchers Team !!
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