Römerweg – Ruine-Federaun – Maibachl

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 498 m
Höchster Punkt: ca. 654 m

Höhenunterschied: ca. 157 m
Länge: ca. 8,5 km
Dauer: ca. 3,5 Std.
Parken & Anfahrt: Parkhaus bei der Kärnten-Therme

Um die Anfahrt zu planen, nutze bitte die interaktive Karte ganz
unten. Beim klicken auf den Pin kann die Routenplaner-Funktion genutzt werden.

Hinweise:
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
Outdooractive link: Hier klicken

Wie es bei den Mountainbatchers in den vergangenen Jahren zur Tradition geworden ist, hat uns auch dieses Jahr die Maiwanderung wieder in den Naturpark des Dobratsch in Kärnten bei Villach geführt. In diesem Wandergebiet lässt sich unser Motto „Kultur-Natur“ einfach prima miteinander verbinden.

Diesmal ging es über die schon bekannten Römerwege (Via Gemina) weiter zur mittelalterlichen Burgruine Federaun und endete mit Abschlußplantschen im Maibachl einem Naturbad und das Anfang Mai.

 

Der Weg zur Ruine Federaun

Wie immer parkten wir unser Auto im Parkhaus der Kärnten Therme in Villach-Warmbad. Dies hat den Vorteil, dass das Auto bei sonnigem Wetter am Abend schön kühl ist und die Kosten halten sich hierfür mehr als im Rahmen.

Der Weg führt uns zuerst durch den Kurpark (Teil Schützenpark) an der Warmbader Hauskapelle, die wie immer verschlossen war, vorbei und einen kleinen Anstieg folgend durch den Wald hinauf bis wir an der Napoleonwiese angekommen. Hier treffen wir dann auf einen Teilabschnitt des Alpen-Adria-Trail sowie den relativ neu eingerichteten Naturlehrpfad und den Archäologielehrpfad.

Auf der Napoleonswiese haben wir dann auch schon den ersten Berührungspunkt mit „Kultur-Natur“ in Form eines keltischen Hügelgräberfeldes aus der Hallstattzeit (800-450 vor Christi). Nach einer kurzen Rast um die Schautafeln zu lesen, wandern wir am nördlichen Rand der Napoleonwiese weiter in Richtung Studenca-Quelle.

Schon nach kurzer Zeit treffen wir auf den nächste „Kultur-Natur“ Punkt. Rechts neben dem Wanderweg beginnt sich nun der Römerweg in Form eines Hohlwegs einzugraben. Der Römerweg ist wohl ein Teil oder Nebenweg der „Via Gemina“ die zur Römerzeit von Aquileia (bei Udine) an der Adria über Virunum (Kärnten), Vindobona (Wien) bis nach Carnutum führte. Im Bereich von Villach-Warmbad hat sich dieser Römerweg im Bereich zwischen Oberfederaun und der Napoleonwiese mehr als gut erhalt. Hier haben sich die Wagenräder teilweise mehrere Zentimeter tief in den weichen Kalkstein eingegraben. Wir folgen weiter dem Römerweg zuerst parallel und dann direkt über die römischen Wagenspuren in Richtung Studenca-Quelle. Es ist schon beeindruckend, wie sich der Römerweg an den wenigen Steigungen immer wieder in mehrere Wege aufteilt und oben wieder zu einem Weg verschmilzt.

Nach gut 2 Kilometern erreichen wir die Studenca-Quelle. Die Studenca ist eine Karstquelle, die nur bei starkem Regen oder der Schneeschmelze, meistens im Frühjahr, wasserführend ist. In dieser Zeit kann die Schüttung der Quelle bis zu 800 Liter pro Sekunde haben. Der Name Studenca stammt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie Quelle. Wir legen nun eine erste etwas ausgiebigere Rast ein, damit die Kids etwas im Wasser planschen können und der Papa eine Fotosession an der Quellhöhle machen kann.

Nach der Rast folgen wir weiter dem Römerweg in Richtung Oberfederaun, lassen die Abzweigung zur Römerquelle links liegen. Der Charakter des Weges ändert sich nun zusehends von einem Pfad zu einem Forstweg, der dann kurz vor Oberfederaun asphaltiert ist. So erreichen wir nach einem weiteren Kilometer Oberfederaun. In Oberfederaun halten wir uns zunächst an die Ausschilderung zur Ruine Federaun und verlassen so recht zügig den Ort wieder in Richtung Wald.

Schon kurz nachdem wir den Wald erreichen, ändert sich der Weg in einen steilen Hohlweg, der nach oben führt. Wir folgen also diesem Weg bis zur ersten größeren Linkskurve, wo wir nun einem wenig begangenem und nicht ausgeschilderten Weg, der aber auf der Wanderkarte verzeichnet ist, geradeaus in den Wald folgen. Dieser Steig führt uns nun über Stock und Stein immer gut sichtbar stetig weiter nach oben in Richtung Ruine. Der Weg ist relativ ungefährlich, aber dennoch ein Abenteuer für die Kids, da man über so manchen umgefallenen Baum klettern muss und an so mancher Stelle mit Händen und Füssen nach oben muss. So erreichen wir nach einem weiteren Kilometer, der wie im Flug vergangen ist, den Fuß der Ruine Federaun.

Die Burg Federaun geht auf das 12. Jahrhundert zurück und wird im Jahr 1311 erstmalig urkundlich erwähnt. Die Burg wurde zur Sicherung und zur Kontrolle der Handelsroute Villach-Travis, die durch das Gailtal führt und direkt unterhalb der Burg die Gail überquert, errichtet. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Burg durch Rudolf von Ras einem Raubritter erobert und fortan für seine Überfälle auf die Handelsroute im Gailtal genutzt. 1255 machte dann Bischof Heinrich von Bamberg diesem Raubrittertum ein Ende und die Burg wurde wieder ihrem ursprünglichen Zweck zum Schutz der Handelsroute überführt. Die Burg wurde wahrscheinlich Mitte des 17. Jahrhunderts aufgegeben und dem Verfall preisgegeben.

Wir folgen dem Weg weiter bis ganz nach oben, wo es nun erstmal eine ausgiebige Brotzeit gibt, bevor wir die Ruine erkunden. Von der Hauptburg und dem östlich davon gelegenen Vorwerk sind nur noch wenige Mauerreste erhalten. Die Burg wurde mehrmals gen Osten erweitert, so dass eine große Burganlage entstand, die im Osten durch einen Halsgraben zur Grascherlitzen abgeschlossen wird. Erwähnenswert sind noch die gut erhaltene Zisterne im Burghof wie auch ein Gewölbekeller. Leider lässt sich das Erforschen der Anlage im Inneren nicht weiter vertiefen, da fast alle Bereiche wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt sind. Die Ruine lässt sich lediglich auf den offiziellen Hauptwegen erkunden.

Der Rückweg

Bevor wir uns daher wieder auf dem Weg nach unten begeben, genießen wir noch den grandiosen Ausblick auf das Gailtal und Karnischen- und Julischenalpen vom Aussichtspunkt wo der Halsgraben an die steil abfallende Felsklippe grenzt. Für den Abstieg nutzen wir dann den Hauptweg Richtung Oberfederaun bis wir wieder an dem Punkt angelangt sind, von wo wir zuvor in den Wald gegangen sind.

Von hieraus biegen wir nun nach rechts ab in den Doktorweg Richtung Villach und folgen diesem für ca. 2,5 km. Der Doktorweg ist ein unspektakulärer Forstweg, der sehr oft in der prallen Sonne verläuft und uns einiges abfordert, damit die Kids nicht die Motivation am Wandern verlieren.

Nach ca. 2,5 km zweigt dann ein schmaler Steig vom Doktorweg ab. Diesem Steig folgen wir nun für ca. 300 m bis dieser an einer Wegkreuzung in einem Hohlweg weiter geradeaus geht. An dieser Wegkreuzung biegen wir nun nach links ab und folgen nun dem Forstweg leicht bergan für ca. 200 m bis zu einer Y-Gabelung wo wir uns dann rechts in Richtung Römerquelle halten. Der Weg wird nun wieder zum Steig und führt uns in steilen Serpentinen abwärts zur Römerquelle.

Die Römerquelle ist ebenfalls eine Karstquelle, die vermutlich über das Karsthöhlensystem des Dobratsch gespeist wird. Durch ihre tiefe Lage ist diese, im Gegensatz zur vielen anderen Karstquellen, ganzjährig wasserführend. Allerdings ist die Schüttung stark von Regenfällen oder der Schneeschmelze abhängig. Den Namen Römerquelle trägt diese übrigens, da die Quelle auch zur Römerzeit schon redlich als Heilquelle genutzt worden sein soll.

Nach einer kurzen Pause und dem Auffüllen der Getränkeflaschen folgen wir nun dem Weg für ca. 1 km weiter in Richtung Warmbad. Der Weg wird nun zusehends immer mehr zum Forstweg, führt uns an einem Wildgehege vorbei bis wir auf die Egger-Wiese treffen. Am Ende der Egger-Wiese biegen wir nach links ab und folgen dem Weg wieder Richtung Napoleonwiese. Diesmal streifen wir die Napoleonwiese am südlichen Rand bis wir wieder an der Stelle angekommen sind wo wir am Anfang der Wanderung die Napoleonwiese erreicht hatten.

Das Maibachl

Hier nehmen wir nun allerdings nicht den Weg, den wir heraufgekommen sind, sondern folgen dem breiten Forstweg in Richtung Birkenhein und Tscheltschnikkogel. Der Weg gestaltet sich dank der vielen Schautafeln des Naturlehrpfades über Flora und Fauna recht kurzweilig und so erreichen wir nach ca. 500 m den Birkenhein, den wir auf dem Weg umrunden. Nach weiteren 300 m kommt dann die Abzweigung nach rechts zum Maibachl.

Das Maibachl ist eine thermale Karstquelle bei der das Wasser mit ca. 28°C austritt. Das Maibachl ist nur während starkem Regen oder der Schneeschmelze aktiv, daher auch der Name der Quelle. Das Maibachl sowie Quelle des Hungerbachs gehören zum selben Thermalsystem wie die Quellen der Thermen in Villach-Warmbad jedoch liegen die Karstquellhöhlen höher und sind somit nur bei extremen Wasserstand im Karstsystem aktiv, wenn es zu einem Überlauf im Berg in dieses System kommt.

Das Maibachl ist an der Quelle in mehreren Becken gefasst, die eine Tiefe von ca. 40-60 cm haben. Bei angenehmer Wassertemperatur von 28 °C lässt es sich hier, auch im Mai, problemlos aushalten und nach einer anstrengenden Wanderung entspannen. Die Kids hatten auf jeden Fall ihren Spaß beim ausgiebigen plantschen.

Nach einer ausgedehnten Badepause machen wir uns dann schließlich auf dem Rückweg zum Auto. Hierzu folgen wir nun weiter den Weg parallel zum Maibachl talabwärts bis wir auf die Straße nach Villach-Warmbad stoßen, hier biegen wir dann nach rechts in den Kurpark ab und durchqueren diesen in Richtung Therme und kommen so nach 6 Stunden (Gehzeit ca. 3,5 h) und einer Weglänge von 8,5 km wieder beim Auto an.


Viel Spaß beim Nachwandern wünscht euch euer Mountainbatchers Team !!
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