Tscheltschnigkogel (Kadischen) – Villach Warmbad

Zahlen & Fakten: Parkplatz: ca. 498 m
Höchster Punkt: ca. 697 m

Höhenunterschied: ca. 199 m
Länge: ca. 5,5 km
Dauer: ca. 2,5 Std.
Parken & Anfahrt: Parkhaus bei der Kärnten-Therme

Um die Anfahrt zu planen, nutze bitte die interaktive Karte ganz
unten. Beim klicken auf den Pin kann die Routenplaner-Funktion genutzt werden.

Hinweise:
Schwierigkeit:
Kinderwagentauglich:
Landschaft:
Aussicht:
Outdooractive link: Hier klicken

Da die Wetterprognosen für den 1. Mai diesseits des Alpenhauptkamms mal wieder ehr durchwachsen waren, war schon einige Tage vorher klar, dass es uns in diesem Jahr mal wieder bis hinter die hohen Tauern verschlagen wird. Wie schon zwei Jahren davor fiel unsere Wahl auch auf Grund der guten Anbindung schnell auf die Region um Villach und hier dann im Weiteren auf das Naturschutzgebiet des Dobratsch bei Villach-Warmbad. Seit unserer hiesigen Tour über den alten Römerweg wussten wir nämlich, dass hier auf eine wandernde Archäologenfamilie noch einige interessante Wanderungen mit historischen Spuren entlang des Weges warteten. Für dieses Mal entschieden wir uns für eine Runde, die uns u.a. in die Reste einer von der Kupferzeit bis in die Spätantike belegten Höhensiedlung auf dem Gipfel des Tscheltschnigkogel führen sollte.

Ausgangspunkt der Wanderung bildet wieder das Parkhaus an der Kärntentherme. Von dort führt der erste Teil der Wanderung durch den Kurpark zur Warmbader Hauskapelle. Hier heißt es dann den ersten kurzen Anstieg durch den Wald in Angriff zu nehmen, der aber auf Grund der mittlerweile schon zur Gewohnheit gewordenen Suche nach dem einen oder anderen Geocache entlang des Weges von uns gar nicht so richtig als solcher wahrgenommen wird.

Bewegen wir uns bis dato noch auf bekannten Pfaden, wenden wir uns nun aber oben angekommen nicht wieder in Richtung der Napoleonswiese mit dem keltischen Grabhügelfeld, sondern folgen vielmehr der Route 18 nach rechts.

Die Wege in diesem Bereich sind relativ eben. Es handelt sich durchweg um breit angelegte, meist geschotterte Waldwege, die sich auch gut z.B. mit dem Kinderwagen bewältigen lassen. Dass sich dieser Abschnitt dennoch recht entspannt darstellt, ist sicherlich den vielfältigen Infotafeln des Naturschutzgebiets zu verdanken, auf denen die hiesige Flora und Fauna kurz dargestellt wird, was insbesondere für die Kinder immer wieder Ablenkung von dem ansonsten hier doch recht langweiligen Weg biete.

 

Wie gesagt, seit einiger Zeit schlagen ja zwei Outdoor-Herzen in unserer Brust. Und bevor dann der Natur-Kultur-interessierte Teil in uns den eigentlichen Anstieg zum Tscheltschnigkogel hin angehen darf, zieht es den dem Geochaching verfallenen Teil erst noch einmal ein wenig abseits der eigentlichen Hauptroute zur Entdeckung eines sogenannten Earthcaches. Earthcaches sind keine klassischen “Schätze”, bei denen es gilt eine versteckte Dose zu finden gilt, sondern Orte mit besonderen geologischen Highlights.In diesem Fall sind es die Quellen des sogenannten Maibachl. Wir hatten zwar durchaus den Hinweis aus der Cachebeschreibung, dass hier -vornehmlich im Mai- bis zu 28°C warmes Wasser dem Karstgestein entspringt. Angesichts der doch noch frühlingshaften Temperaturen waren wir aber doch überrascht beim Näherkommen immer mehr Menschen mit Badesachen zu begegnen. Wer hätte auch damit gerechnet, dass es sich bei dieser Thermalquelle nicht um ein einfaches Rinnsal oder vielleicht noch ein gefasstes Quellbecken handelt, sondern tatsächlich um eine kleine bis zu 80 cm tiefe Teichanlage, die an diesem Tag fleißig für ein kostenfreies Badevergnügen genutzt wurde. Natürlich mussten wir uns von den Kindern die Frage gefallen lassen, warum WIR keine Badesachen eingepackt hatten. Nachdem dank der an der Stelle auch aufgestellten Informationstafel dann schnell die Fragen zum logen des Earthcaches beantwortet waren und uns das Versprechen abgenommen wurde, irgendwann einmal mit passender Ausrüstung wieder zu kommen, ging es schließlich zurück auf den Weg zu unserem eigentlichen Ziel.Von hier ist es dann auch gar nicht mehr weit bis der Anstieg auf den Tscheltschnigkogel rechter Hand vom das Plateau umlaufenden Rundweg abzweigt. So folgen wir nun dem Weg für 200 m bergan bis zu einer Spitzkehre, wo Papa dann nochmal auf „Schatzsuche“ geht, in einem Geröllfeld oberhalb des Eggerloch. Da die Geländemerkmale den Cache als für die Kinder zu schwierig/gefährlich auszeichneten, vertrieben sich derweilen Mama und Kids die Zeit damit, die Fauna in diesem Gebiet in Form einer Ringelnatter und Smaragdeidechsen sowie Schmetterlingen untersucht.

Nach dieser kurzen Pause geht es aber bald weiter, immer stetig bergan, durch den Wald bis wir nach weiteren 300m auf ein Höhenplateau mit Weiden und traumhaften Ausblick gestoßen. Hier trifft unser Weg nun auch mit dem Gailtaler Höhenweg zusammen. Wir folgen nun dem Wegweiser in Richtung Tscheltschnigkogel und Keltenausgrabungen Kadischen. Der Weg führt nun zuerst mäßig ansteigend am Waldrand entlang bevor dieser nach gut 200m nach links in den Wald abbiegt und nun wieder bergan geht. Nach einem relativen kurzen Anstieg durch den Wald stoßen wir auf einem vorgelagerten Höhenrücken auf die Reste einer frühchristlichen Kirche/Basilika die wahrscheinlich in Verbindung mit der spätantiken Höhensiedlung steht Sie wird in die Zeit des 5. Jahrhunderts n. Chr. datiert und stellt somit die älteste Kirche auf Villacher Boden da.

Nach einer ausführlichen Untersuchung der teilrekonstruierten Anlage folgen wir weiter dem Weg, der nun stetig bergan geht, zuerst an der Abbruchkante oberhalb des Eggerloch entlang, bis wir nach weiteren 300m auf die ersten Reste der befestigten Höhensiedlung stoßen.

Diese heute zum Teil auch restauratorisch erhaltenen Reste der Höhensiedlung lassen sich auf 5. / 6. Jahrhundert nach Christie datieren und wurde nach dem Zusammenbruch des Weströmischen Reiches zum Schutz der Bevölkerung vor plündernden Hunnen und Goten errichtet. Die Siedlung war vermutlich nicht durchgehen bewohnt, sondern nur in Zeiten der Gefahr. Zuerst treffen wir auf die östliche Befestigungsmauer und den Fundamenten, vermutlich eines Wachturms. Kurz dahinter auf die Fundamente eins Gebäudes mit Hypocaust (Fußbodenheizung) und zwei Räumen. Es wird vermutet, dieses Gebäude dem Kommandanten vorbehalten war.

Wir folgen weiter dem Weg immer parallel der Abbruchkante, die in einigen Metern Entfernung verläuft. Immer wieder vorbei an einigen Mauerresten bis wir dann nach einiger Zeit an der westlichen Befestig der Höhensiedlung angekommen. Diese westliche Seite war um einiges stärker befestigt, als der östliche Teil, was an den geologischen Begebenheiten des Tscheltschnigkogel liegt.

Hier verlassen wir nun kurzeitlichen den befestigten Teil der Höhensiedlung, um hier außerhalb der Anlage den letzten Gipfelanstieg zu bewältigen, bevor es dann wieder kurz vor dem Gipfel in die Befestigung hinein geht.

Auf dem Gipfel angekommen gönnen wir uns dann erstmal eine ausgiebige Brotzeit. Von hier eröffnet sich uns nun ein traumhafter Blick über Villach, den Faaker See und den Julischen Alpen. Auch die Flora und Fauna kommen auf den Gipfel nicht zu kurz. Wir werden praktisch umringt von einem Meer von Segelfalter und haben auch jungen Smaragdeidechsen beim Herumtollen zugesehen.

Nach der Pause machen wir uns schließlich wieder an den Abstieg. Wir folgen weiterhin dem Weg der uns nun in einer größeren Kurve um den Gipfel und durch die Höhensiedlung wieder nach unten in einem größeren Geländeeinschnitt unterhalb der westlichen Befestigung führt. Hier angekommen erwartet uns bereits das nächste archäologische Highlight dieser Tour in Form der Durezza-Schachthöhle, die allerdings über das Einstiegsrohr verschlossen ist. Lediglich in ein paar Meter Entfernung im Wald ist ein weiterer Schacht, der sich aber recht schnell verengt.

Die Durezza-Schachthöhle wurde in den Jahren 1989/90 wiederentdeckt und man fand darin, bei archäologischen Ausgrabungen im Jahr 1996, 138 menschliche Skelette durch alle Altersgruppen sowie von 45 Hunden und anderen Jungtieren wie Ferkel, Fohlen etc. Die Wissenschaft ist sich bei der Deutung der Höhle nicht sicher, ob es sich hier um einen rituellen Opferplatz für Versenkungsopfer oder um einen Schachtfriedhof handelt. Sie ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Wir folgen nun dem Geländeeinschnitt bergab, wobei sich der Weg nun immer weiter verbeitert bis wir wieder bei den Überresten der Kirche ankommen. Von hieraus nehmen wir denselben Weg zurück, den wir heraufgekommen sind bis zu der Abzweigung vom Maibachl.

Hier biegen wir aber nach rechts ab und folgen dem breiten Schotterweg, der um den Birkenhein am Fuße des Tscheltschnigkogel führ. Er verläuft unterhalb des Tschamer-Steinbruchs, der aus einem natürlichen Felssturtz entstanden ist, in Richtung Eggerloch.

Das Eggerloch ist eine 709m lange Karsthöhle und stellt damit die zur Zeit längste bekannte Höhle der Villacher-Alpe da. Sie hat eine Verbindung zur Durezza-Schachthöhle. Nach der Zerstörung prähistorischer Ritzzeichnungen wurde die Höhle im Jahr 2012 ebenfalls für die Öffentlichkeit gesperrt.

Nach diesem kurzen Abstecher zum Eggerloch folgen wir dem Schotterweg weiter und kommen noch an ehemaligen Kalköfen vorbei, bevor wir wieder an der Abzweigung zum Kurpark ankommen. Der Weg führt uns nun auf demselben Weg zurück zum Auto, wie wir am Anfang der Tour gekommen sind.

So endet diese Maiwanderung nach einer Wegstrecke von 5,5 km einem Höhenunterschied von 200 hm nach 5,5 Std. (Laufzeit 2,5 Std.)


Viel Spaß beim Nachwandern wünscht euch euer Mountainbatchers Team !!
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